Dienstag, 5. Februar
Nach einem Fruehstueck mit Brot und Ei, das ich in meinen fragilen Magen herunterpresse, paddeln wir durch den ueberfluteten Wald und ueber den See zurueck zum Fluss, um dann nach ein, zwei Stunden ins Basis-Camp zurueckzukehren. Waehrend die Zyprioten heute Morgen den Aeffchen-Besuch auf dem Programm haben, lehne ich mich erst Mal in die Haengematte zurueck.
Nach dem Mittagessen (falls man meine zwei Happen Nahrung so bezeichnen kann) paddle ich mit Lucho flussaufwaerts zur Familie des Schamanen, mit dem heute Abend die Ayahuasca-Zeremonie auf dem Programm steht. Laut Familie kommt der Schaman "Juan" (bei uns also der Schaman "Hans") heute aber nicht in den Dschungel. Mir macht das an sich nicht so viel aus, denn Schaman Hans hat auch ein Zeremonienort in Iquitos. Entgegen den Erwartungen taucht Hans dann aber doch auf. Er ist ein 65-jaehriger, sympathischer Mann, dem ich es auch abnehme, dass er Schaman ist. Laut Lonely Planet treiben sich in Iquitos naemlich zahlreiche Pseudo-Schamane herum, die mehr am schnellen Touri-Dollar als an einer erlebnisreichen Zeremonie interessiert sind.
Hans setzt die Zeremonie fuer 20.30 Uhr an. Auf das Z Nacht muss ich verzichten, so besagen es die Ayahuasca-Einnahmeregeln. Was mir nichts ausmacht, da ich ohnehin keinen Hunger habe.
Die zwei Zyprioten wollen bei der Zeremonie nicht mitmachen, da ihnen das ueber Ayahuasca gehoerte nicht zusagt.
Gegen halb neun schreiten wir in ein unbeleuchtetes Zimmer des Camps, etwa 8 Quadratmeter gross. Mit dabei: Die Zyprioten, die doch neugierig sind, und Lucho, mein Guide, der mich stuetzen soll, falls ich mal auf die Toilette muss. Die Ayahuasca-Medizin macht naemlich etwas dusselig.
Ich trinke den Becher mit der roetlichen Urwaldmedizin (in diesem Moment darf kurz die Taschenlampe verwendet werden) in einem Zug aus. Schmeckt nicht gerade lecker, und der Nachgeschmack bleibt ziemlich lange im Mund. Hans faengt nun an, alte Schamanenlieder zu singen, begleitet von knisternden Geraeuschen. Ich erhalte noch ein Kuebeli um mich zu uebergeben, was ueblicherweise zur Ayahuasca-Einnahme gehoert (deswegen auch der Verzicht auf das Abendessen). In Ecuador habe ich gehoert, dass man dort vor der Ayahuasca-Einnahme bis zu drei Tage fastet. Jedenfalls hatte mein Durchfall und der damit verbundene Essensverzicht der letzten Tage offensichtlich auch positive Effekte: Ich muss mich nicht uebergeben, was Hans ausserordentlich freut (und mich natuerlich auch). Nach etwa zwanzig Minuten faengt das Ayahuasca an zu wirken. Nachahmung empfohlen.
Zwischendurch muss ich mal auf die Toilette. Lucho bringt mich zum Toilettenhaeuschen, da das selbstaendige Laufen in diesem Zustand etwas eingeschraenkt (aber durchaus moeglich) ist.
Nach etwa drei Stunden und ebensolangem traditionellem Gesang des Schamanen (der sich zwischendurch immer wieder nach meinem Wohlbefinden erkundigt), klingt die Wirkung aus. Ich gedenke zu Bett zu gehen, doch Hans schlaegt vor, noch einen Moment zu bleiben. Und tatsaechlich baeumt sich die Wirkung noch ein letztes Mal auf. Dann entlaesst mich Hans in Richtung Bett. Ich schlafe bald ein. Nach etwa zwei Stunden wache ich wieder auf und kann nicht mehr einschlafen. Ich liege bis zum Morgengrauen im Moskitozelt und lausche, was sich draussen so alles tut.
Montag, 18. Februar 2008
Die Zeremonie
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Sonntag, 17. Februar 2008
Ausgelagert
Montag, 4. Februar
Heute kann mich der Durchfall am Arsch lecken - am Morgen steht eine Kanufahrt zu den Aeffchen an, weiss leider nicht mehr, wie sie heissen. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde, bis wir bei einem See ankommen. Dort springen Suesswasserdelfine aus dem Wasser, am Ufer dauert es nur wenige Minuten, bis die Aeffchen aus den Baeumen springen, um uns die Mini-Bananen zu entreissen.
Nach einer halben Stunde Hautnah-Erlebnis mit den tourigewohnten Aeffchen geht´s wieder flussaufwaerts zurueck. Zum Z Mittag die uebliche Reis-Poulet-Ration, aber angesichts der Magenprobleme esse ich kaum was. Zum Z Mittag treffen zwei Zyprioten ein, Thomas und Taros, die vier Tage im Dschungel verbringen werden. Thomas erwartet jetzt schon die Dusche im Hotel, denn er traut sich nicht, sich im Fluss zu waschen, aus Angst vor Pirañas.
Nachmittags brechen Lucho und ich dann zum camping auf: Per Kanu paddeln wir etwa anderthalb Stunden flussaufwaerts, bis wir zwischen den Baeumen durch zu einem See paddeln, der nur saisonal existiert. Eine Weile suchen wir nach einem geeigneten Platz, bis wir an Land gehen und zwischen den Moskito-Schwaermen das Lager aufschlagen. Wir haben zwei Haengematten mit Moskitozelt und ausreichend Proviand dabei.
Nach einem Z Nacht, bestehend aus den ueblichen Verdaechtigen, lehnen wir uns in den Haengematten zurueck, denn wir wollen spaeter auf die Suche nach Caymans gehen, die erst ab Mitternacht aktiv werden.
Irgendwann zu unbestimmter Zeit wagen wir uns mit dem Kanu in die Finsternis hinaus. Irgendwie unheimlich, aber sehr spannend. Per Taschenlampe spuert Lucho einen Baby-Alligator auf und hieft ihn ins Kanu. Ein niedliches Tierchen, das zum Glueck nur ganz kleine Beisserchen hat, denn er ist ganz und gar nicht einverstanden mit seiner Entfuehrung und wehrt sich mit seinen Kieferchen. Wir entlassen ihn zurueck in die Dunkelheit des Sees und paddeln weiter. Ein grosser Cayman erkennen wir an seinen Augen, die das Licht der Taschenlampe reflektieren. Zum Glueck haben die Viecher mehr Angst vor uns als wir vor ihnen, und sie fluechten rasch in die Tiefen des Wassers.
Nach einer aufregenden Nachtrundfahrt kehren wir zum Camp zurueck, das wir mit einer Oellampe markiert haben, und legen uns die Haengematten schlafen. Bevor ich einschlafe lausche ich, was sich im Urwald nachts so alles tut - eine ganze Menge.
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Freitag, 15. Februar 2008
Ein Durch-Haenger
Sonntag, 3. Februar
Das Bier hat meinem Magen offensichtlich den Rest gegeben, ich falle mal wieder ordentlich durch. Deshalb beschliesse ich, heute auf groessere Ausfluege zu verzichten und den Tag weitgehend in der Haengematte zu verbringen. Eine zweistuendige Kanufahrt mit Beobachtung vor allem der hiesigen Vogelwelt liegt drin. Eine wunderschoene Fahrt.
Essen mag ich kaum was, und heute gehe ich frueh ins Bett - eine duenne Matratze in einem Moskitozeltchen, das sich in einem verschliessbaren Raum befindet, was angesichts nachts herumschleichender Jaguare zweifellos von Vorteil ist. Nichtsdestotrotz muss ich mich wegen weiteren Durch-Anfaellen in der Dunkelheit aufs Plumsklo wagen, das etwa 20 Meter vom Haus entfernt liegt und nachts (wie das ganze Haus) von Oellampen beleuchtet wird.
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Donnerstag, 14. Februar 2008
Samstag, 2. Februar
Fuer peruanische Verhaeltnisse exorbitant puenktlich holen mich Alex und sein Fahrer um 06.50 morgens beim Hostal ab. Mein Magen rumort etwas, aber das ist mir Wurst. Wir fahren aus Iquitos hinaus und ueber die vor etwa zwei Jahren fertiggestellte Landstrasse nach Nauta, das etwa eine Stunde fahren entfernt liegt. Die Strecke ist schoen und fuehrt durch eine Halbregenwald-Landschaft - offensichtlich hat man fuer die Strasse eine breite Schneise gerodet. Brandrodung scheint hier "in" zu sein - wir fahren an mehreren Rauchsaeulen vorbei, wo kurzfristig kalkulierende Bauern die duenne Humusschicht des verbrannten Regenwalds auslaugen werden.
Alex erzaehlt waehrend der Fahrt ueber seine interessante Familiengeschichte (siehe gestern), und bald arrivieren wir in Nauta, das von Indianern gegruendet und in den Jahren von immer mehr Zuzuegern bevoelkert wurde.
Nauta sieht aus wie die meisten Doerfer und Staedtchen in Peru: Viel Markt, viel Verkehrsirrsinn, etwas heruntergekommene Bauten und sich von den Umstaenden nicht abschrecken lassende Einwohner.
In einem Cafe treffe ich drei Buendnerinnen, die eigentlich ebenfalls fuenf Tage im Regenwald gebucht haben, aber nach drei Tagen haben sie kapituliert. Eine ist krank geworden, die anderen haben genug von den Moskitos. Ich lasse mich aber nicht abschrecken und ziehe die Sache durch.
Hier lerne ich auch Lucho kennen, meinen Guide. Ihm fehlt mit 30 bereits die Haelfte der Zaehne, was ihm aber nicht sehr zu schaffen macht. In Libertad, dem kleinen Regenwald-Doerfchen abseits der Zivilisation, wo er mit Frau und drei Toechtern wohnt, gibt´s halt keinen Zahnarzt. Und mit seinem bescheidenen Lohn liegt ein Besuch beim Zahnprothesenmacher wohl auch einfach nicht drin.
Ebenfalls im Cafe: Nicole, eine Genferin mit Suedamerikanischen Wurzeln, die mich auf rund 16 Jahre schaetzt. Wenn es so weitergeht, werde ich bald wieder in die Primarschule zurueckkehren.
Nachdem sie mein wahres Alter erfahren hat, ist sie umso begeisterter und gibt mir ihre Nummer, damit ich mir von ihrer in Lima wohnhaften Schwester die Stadt zeigen lassen kann. Ja, darauf komme ich gerne zurueck.
Nach dem Kaffee fuehrt Lucho mich zu einem Boot mit Palmenblaetter-Dach und Aussenmotor. Wir fahren ueber den Fluss, der etwa dreimal so breit ist wie der Rhein, dann geht´s ueber einen natuerlichen Schilfkanal in die Tiefen des Regenwalds. Wir kommen an Libertad vorbei, Luchos Wohnort. Ein Dorf, in dem es Elektrizitaet nur zwischen 18.00 und 21.00 Uhr und ansonsten wenig weltlichen Komfort gibt.
Die Fahrt dauert insgesamt etwa eine Stunde, bis wir dann beim "Basic Camp" ankommen. Es handelt sich um ein Haeuschen mit Palmenblaetterdach und stehend auf Holzpfaehlen. Waehrend es in diesen Monaten einen Art Hof gibt, wo Huehner herumgackern und drei ausgemergelte, von Insekten geplagte Koeter herumstreunen, ist dieser ab April vom Fluss ueberschwemmt.
Das Haus wird von einer Frau Ende vierzig bewirtschaftet. Weitere Bewohner: Ein 32-Jaehriger (der Fuer Dinge wie das Saeubern des Plumpsklos zustaendig ist) und dessen herziger Sohn Yordi, der sich den lieben langen Tag lang weitgehend selbst amuesieren muss, da das naechste Kind eine viertelstuendige Kanufahrt entfernt lebt. Die Aufgabe eines weiteren Hausbewohners, ebenfalls um die dreissig, ist nicht naeher eruierbar.
Zwischen den Stuetzpfosten auf der Wohnplattform baumeln Haengematten, in denen ich einige Zeit verbringen werde. Zum Beispiel die halbe Stunde, bevor das Mittagessen serviert wird. Diese Mahlzeit ist wegweisend fuer die naechsten Tage: Reis mit Poulet und Gemuese ist die Speisekarte fuer saemtliche folgenden Mittag- und Abendessen.
Nach dem Mittagessen nochmals eine Haengematte-Siesta, bis Lucho mir die Gummistiefel bringt, um in den Dschungel zu gehen. Mir ist inzwischen klar geworden, was die Buendnerinnen mit der Moskitoplage meinten: Ich bin zwar langaermlig und eingesprayt unterwegs, aber die Viecher stechen einfach ueberall hindurch, selbst durch die Haengematte. Immerhin versichert mir Lucho, dass Malaria in dieser Gegend kein Problem sei. Also gewoehne ich mich einfach an die Moskitos.
Die zweistuendige Wanderung durch den Urwald ist spannend. Wir finden Spuren von Jaguars, Anacondas und anderen furchterregenden Tieren. Ich bin eher froh, diesen Fleischfressern nicht zu begegnen. Mein Kopf wird uebrigens permanent von Moskitos umkreist.
Dieser urspruengliche Wald ist sehr beeindruckend, faszinierend und fuer einen Vollblutstaedter wie mich zugleich etwas beangstigend, in Anbetracht der maechtigen Raubtiere. Rational betrachtet ist die Gefahr, von einer Anaconda verschlungen zu werden, aber wohl wesentlich geringer, als in Basel von einem Lastwagen ueberkarrt zu werden. Naja, selektive Gefahrenwahrnehmung halt.
Nach dem Marsch gibt´s Reis und Poulet. Nach einer weiteren Siesta fahren wir per Kanu zu Porto Miguel, einem kleinen Weiler, der das Zentrum der hiesigen Flussanwohner bildet. Die Reggaeton-Musik erklingt kilometerweit durch den Wald, und es stellt sich heraus, dass man riesige Boxen und einen Stromgenerator in dieses Porto Miguel verfrachtet hat. Auf einem Platz befindet sich ein Pfosten mit einer Gluehbirne darauf, das ist die Tanzflaeche. Die andere Gluehbirne erhellt das DJ-Pult. Man bedenke: Mitten im Dschungel. Ab 21.00 Uhr treffen immer mehr Partywillige per Kanu ein, und die Fete beginnt zu laufen. Das Grauen packt mich kurzzeitig, als aus den Boxen doch tatsaechlich das 80er-Synthieverbrechen "You´re My Heart, You´re My Soul" erklingt.
Leider ist mein Magen noch immer fragil, und die drei grossen Bier helfen sicher nicht mit, die Situation zu verbessern. Um zwoelf bin ich bereits am Ende und fahre zurueck, nachdem gerade der hiesige Regenwald-Karneval begonnen hat. Durchfall kommt halt immer zur falschen Zeit.
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Montag, 11. Februar 2008
Kapitulation vor dem Geschwafel
Freitag, 1. Februar
Das Fruehstueck nehme ich auf der Terrasse mit Blick auf die zentrale "Plaza de Armas" ein. Die Lage waere gut, aber leider herrscht in der Innenstadt von Iquitos ein Verkehrschaos wie in Bangkok: Wie die Irren liefern sich die Dreirad-Taxis einen andauernden Strassenkampf. Ich habe mich aber an den konstanten Laermpegel gewoehnt und lese im Buch "Der Sarazene", das ich in Cuenca fuer teure 10 Dollar erstanden habe.
Nachmittags habe ich genug von dem Gelaber all dieser Tour-Verkaeufer. Ich gebe mich geschlagen und entschliesse mich, nun gezielt Erkundungen einzuziehen. Nach etwa 6 Bueros und dem immergleichen Geschwafel habe ich genug gesehen bzw. gehoert. Ich habe die Wah: Ein luxurioeser Besuch im Regenwald, mit komfortablen Bett, Internetanschluss und der Tourishow eines saekularisierten Regenwaldstamms, der sich fuer die westlichen Besucher brav anmalt und lustige Taenze vorfuehrt. Dies fuer 50 Dollares pro Tag, inklusive Verpflegung. Oder ein Basic-Camp ohne Strom und Dusche, dafuer umso Naeher am Urwald-Alltag von Mensch und Tier, dies unter dem vielsagenden Namen "Ecological Tours". Diese spartanischere Variante fuer 42 Dollar (heruntergemaertet). Trotz des eher geringen Preisunterschiedes entschliesse ich mich fuer die zweite Tour, schliesslich moechte ich hautnah am Geschehen sein. 42 Eier fuer 5 Tage zivilisatorische Enthaltsamkeit - eigentlich ein stolzer Preis. Aber Iquitos als Stadt haut mich nicht aus den Socken, und ich habe keine Lust, hier nur rumzuhaengen. Also gut. Bei "Ecological Tours" buche ich die Tour bei Alex Weill, einem Iquitorianer mit deutsch-regenwaeldnerischen Wurzeln: Sein Grossvater, ein deutscher Jude, verkaufte in Iquitos in der ersten Haelfte des 20. Jahrhunderts Dieselmotoren. Sein Sohn heiratete dann eine Indigene. Alex gleicht offenbar eher seiner Mutter, seine europaeischen Wurzeln erkennt man nur an seinem Namen.
Abends esse ich eine Pizza, die wohl mit ranzigem Salami bedeckt ist (jae, Chavi, ich weiss: Kai Salami uff d Pizza!). Jedenfalls faengt mein Magen bald nach der Mahlzeit an, auf moeglichen bevorstehenden Durchfall hinzuweisen. Lustig, ein Tag vor der Jungletour. Aber ich habe immer noch vier von Hakans Wunderpillen. Eine nehme ich vorsorglich mal mit in den Jungle. Die restlichen Gegenstaende fuer den Jungle-Trip, die ich in meinen kleinen Rucksack packe: Zwei paar lange Hosen, zwei Langarm-Shirts, Shorts, Badehosen, Frottiertuch (merci Roca), eine Taschenlampe, drei T-Shirts, Pflaster, Socken, Merfen, Zahnbuerschtli & -paschte, Kaeppli, Sonnenbrille, Reisetagebuch, Kugelschreiber, Kaugummis, Regenschutz, und viel, viel Moskitospray (zewai Buechsen). Morgen um sieben Uhr geht´s los, ich bin etwas aufgeregt, freue mich aber sehr.
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Freitag, 8. Februar 2008
Of dogs and men
Donnerstag, 31. Januar
Ich bin ziemlich frueh wach und schnappe mir nach dem Fruehstueck im Hostel ein Taxi zum Markt von Belén, dem Pfahlbauerquartier und zugleich Armenviertel von Iquitos. Auf dem Markt riecht es nach Blut, Fleisch, Fisch und Armut, es herrscht ein Riesentumult. Ueberall streunen Scheiss-Koeter herum, die in den Schlachtabfaellen reichlich Nahrung finden. Die Koeter fristen in Suedamerika ein seltsames Dasein: Sie sind ueberall, doch oft ausgemergelt und von den Menschen ignoriert oder verscheucht. Wie waer s mal mit ner Runde kastrieren der Koeterplage? Dann waere allen geholfen.
Nach dem bizarr-eindruecklichen Rundgang auf dem Markt (auf dem auch Kleider und Heilmittel feilgeboten werden) fahre ich per Dreirad-Taxi durch Belén, das in der Hochwassersaison unter Wasser steht. Zurzeit streunt aber Allerhand zwischen den Pfaehlen, unter anderem jemand, der mir eine kleine Schildkroete verkaufen will. Armes Tier (und armer Kerl).
Nachmittags lerne ich Anna, eine Oesterreicherin aus Wien, kennen. Wir verabreden uns fuer ein Bierchen heute Abend. Den restlichen Nachmittag verbringe ich mit Siesta, Gitarre und Buechern. Nach dem Steak im "Yellow Rose of Texas" (das Steak ist hingegen sehr gut) gehen Anna und ich wie abgemacht ein, zewai Bierchen schnappen. Der Funken mag aber nicht recht springen, so bleibt`s dabei. Es ist ja nicht aller Tage Abend.
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Genug gewartet
Mittwoch, 30. Januar
Um 4.00 Uhr morgens erklaert uns der Taxifahrer, die Strasse nach Yurimaguas komplett gesperrt sei. Die Gemeinde stelle aber vier Gratisfluege zur Verfuegung, ab neun Uhr morgens (in fuenf Stunden also).
Ich beschliesse, in ein Hostel zu gehen und ein wenig zu schlafen sowie ein Fruehstuck einzunehmen. Fuer neun Uhr verabrede ich mich mit den Escobars am Flughafen, um nach Yurimaguas zu fliegen. Ich sage ihnen noch, in welches Hostel ich gehe, wechsle aber kurzfristig, da im ersten niemand an der Reception ist. Zu dumm. Als ich puenktlich um neun am Flughafen eintreffe, erklaeren mir die Escobars, sie haetten im Hostel angerufen, denn mann muesse sich bei der Gemeinde fuer die Fluege einschreiben. Am Flughafen draengen sich etwa 500 bis 1000 Leute an das Tor, das zu den Flugzeugen fuehrt. Ich beschliesse, mich auch einzuschreiben und fahre zum entsprechenden Amt. Edson begleitet mich.
Als ich zuerueckkomme, ist das Chaos noch groesser geworden. Immerhin hat man zuerst Alte, Kranke und Muetter mit Kindern zuerst ausgeflogen. Ich habe das Warten langsam satt, ebenso die Drittweltzustaende. Aber auch das Wedeln mit der Pressekarte scheint nur zu fruchten, wenn ich alleine gehe. Nachdem die Escobars freundlicherweise auf mich gewartet habe, beschliesse ich, doch noch eine Weile mit ihnen zu warten. Die Polizisten rufen mit einem Megafon gemaess Liste Namen von Passagieren auf, die das Flugzeug besteigen duerfen. Vor mir haben sich bereits mehrere hundert andere eingeschrieben. Die Lage erscheint mir zunehmend aussichtslos.
Irgendwann haengt mir die Hitze und der Schweissgeruch zum Hals heraus. Ich verabschiede mich von den Escobars, nachdem wir die Natelnummern getauscht haben, und kaufe mir ein Flugticket nach Iquitos. Schade um die Bootsfahrt, aber meine Geduld ist zu Ende.
Der Flug geht erst um 15.30 Uhr, also fahre ich in die Stadt, um ein Z Mittag einzunehmen in einem Restaurant mit Panorama-Aussicht. Tarapoto liegt am Fuss der Anden, wo die Landschaft in den Regenwald uebergeht. Allemal ein Besuch wert.
Zurueck am Flughafen treffe ich noch einen Peruaner, der heute Morgen ebenfalls gehofft hatte, nach Yurimaguas zu gelangen. Er erklaert mir, dass es noch immer aussichtslos sei. Der Flug nach Iquitos war also die richtige Entscheidung.
Nichtsdestotrotz hat der Flug eine Verspaetung von anderthalb Stunden. So treffe ich gegen viertel nach sechs in der Urwald-Metropole Perus ein. Von einem Dreirad-Taxi, dessen Vorderteil ein Toeff ist (in Tarapoto und Iquitos fahren nur solche herum), lasse ich mich zu einem vom Lonely Planet empfohlenen Hostel chauffieren. Der Fahrer prescht wie ein Wahnsinniger und macht sich einen Spass daraus, in einem Hoellentempo zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern Slalom zu fahren. Ich bin froh, lebend anzukommen.
Schon vor dem Hostel stellt mir der Fahrer seinen Schwager (oder Freund oder Cousin oder what the fuck auch immer) vor, der mir eine Jungle-Tour andrehen will. Ich erklaere, dass ich gerade angekommen bin und einfach ausruhen moechte. Was sind das fuer muehsame Gestalten, die einem nicht mal im Hostel ankommen lassen.
Abends geht diese Jungle-Tour-Nummer munter weiter. "Hello, friend!", lautet die uebliche Floskel. Von Zigaretten ueber Jungle-Tours bis Kokain wollen mir die "friends" alles moegliche verkaufen. Mit der Zeit antworte ich "no entiendo inglés" - ich verstehe kein Englisch. Das Gelaber ist nicht zu bremsen. Dann immerhin auf Spanisch.
Auf dem Boulevard von Iquitos spielen sich die ueblichen Touri-orientierten Aktivitaeten ab: Einige jonglierende oder sonstwie nervende Hippies, bekiffte Schmuckverkaeufer und sonstiges Gesindel. Leider auch sehr viel Kinderarbeit. Die Stadt ist zu meinem Entsetzen viel touristischer, aber auch viel aermer, als ich erwartet habe.
Immerhin erfreuen sich vorbeilaufende Frauen ueber meine blauen Augen. Doch noch ein Aufsteller.
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Der verlorene Tag
Dienstag, 29. Januar
Der Chauffeur wartet, bis es hell wird, um zu versuchen, den Bus zu flicken. Anstatt einen Ersatzbus zu organsieren laesst er die Passagiere einfach warten. Sie Stunden vergehen. Ich lese ein wenig, gucke den ersten Teil des "Paten I" auf dem ipod und plaudere auf Spanisch mit anderen Passagieren.
Der Bus springt nicht an, und andere Buss, die vorbeifahren, haben keinen Platz oder keine Lust, uns Busbruechige, irgendwo in den Anden, mitzunehmen. Aufforderungen an den Chauffer (ach von peruanischen Passagieren), einen Ersatzbus zu organisieren, verhallen ungehoert. Hier fehlt es einfach an Bildung, Reflexions- und Organisationsvermoegen.
Ich bin der Einzige, der ausreichend Proviand bei sich hat und versorge Mitpassagiere mit Wasser, Fruechten und Schoggistengeli, vor allem die Kinder.
Die Familie Escobar und ich beschliessen, gemeinsam zu versuchen, nach Tarapot zu gelangen, denn auch sie wollen in Yurimaguas ein Boot nach Iquitos nehmen. Einige Mitpassagier sind inzwischen in den stockfinsteren Laderaum eines Busses gestiegen, der nach Tarapoto faehrt (6 Stunden Fahrt). Stockfinster und unversichert. Nein danke. Gegen 22.00 Uhr rollt dann ein antiquierter Bus vorbei, der bereit ist, uns mitzunehmen.
Die Busfirma namens Sol Peruano wir betreffend meines verlorenen Tages noch von mir hoeren. Ich koennte es auch als hierzulande herrschende Sitten akzeptieren, aber eine Busfirma, die mit auf ihren Plakaten mit hochmodernen Bussen wirbt, sollte den Service auch dieser Modernitaet anpassen, anstatt sich auf 3. Welt-Niveau zu bewegen.
Um 04.00 Uhr morgens treffen wir dann endlich, endlich in Tarapoto ein.
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Fahrt ins Nichts
Montag, 28. Januar
Nach einem anstaendigen Fruehstueck im Hotel besorge ich mir ordentlich Reiseproviand fuer die 18-stuendige Fahrt nach Tarapoto (von wo aus ich dann nach Yurimaguas weitereisen will, dort hat es Boote nach Iquitos). Typisch schweizerisch kaufe ich viel zu viel ein - denkste. Morgen wird sich der grosse Vorrat als aeusserst wertvoll erweisen. In der Einkaufstuete: 3 Liter Wasser, neun Mini-Bananen ("Manzanos"), ein Snickers, vier Schoggi-Stengeli, zwei dunkle Broetchen, ein Kaes-Schingge-Gipfeli.
Um viertel nach zwoelf stehe ich am Busbahnhof, wie immer ein irres Gedraenge. Als ich fuer eine Frage brav am Schalter anstehe, draengen sich einige Leute einfach vor, bis ich mich so nahe an den Tisch stelle, dass niemand dazwischen kann. Unverschaemtes Pack.
Wie erwartet hat der Bus etwa eine Stunde Verspaetung. Ich komme mit einem jungen Peruaner namens Edson ins Gespraech, als er mir erklaert, man muesse fuer den Koffer ebenfalls ein Ticket loesen. Ich lerne seine Familie kennen, die in Iquitos wohnt. Diese 400'000-Einwohner-Stadt liegt im peruanischen Regenwald am Amazonas (bzw. Nebenfluessen) und ist vom restlichen Peru aus nur ueber Wasser oder Luftweg erreichbar.
Ich habe ausreichend Zeit, mich mit der Familie Escobar zu unterhalten, denn der Bus hat eine Stunde Verspaetung. Die unangenehme Ueberraschung: Es ist kein moderner Bus wie der gestern, sondern eine alte Klapperkiste mit wenig Platz fuer die Beine. Schade, aber die einzige Alternative waere, eine weitere Nacht in Piura zu verbringen, was mir ebenso unattraktiv erscheint.
Ich sitze neben einem kleinen Jungen, immerhin laesst das doch einigen Raum. Nach etwa drei Stunden Fahrt regnet es mir aus dem vorderen Fenster ins Gesicht. Ich frage die Frau, die mit ihren vier Kindern reist und von denen der Zweitjuengste die 18 Stunden stehend verbringen muss, ob ich das Fenster schliessen darf. Sie bejaht. Leider sehe ich nicht, dass die kleine Tochter ihre Finger im Fensterrahmen hat. Die alten Scheissfenster sind nur mit Kraftaufwand zuzukriegen, und als es dann zuknallt, faengt das junge Maedchen an zu kreischen. Ihr Finger ist ziemlich laediert, das Fenster hat ziemlich tief in ihren Finger geschnitten.
Scheisse. Ich fuehle mich ziemlich unwohl, das Maedchen heult wie am Spiess. Die Mutter nimmt das Ganze aber wesentlich gelassener. Die Menschen hier (im Bus befinden sich ausser mir nur Einheimische) haben eine andere Einstellung zum Thema leiden.
Ich rede nochmal mit der Mutter. Sie fragt, ob ich beim Chauffeur ein Pflaster besorgen koennte. Mein Notverbandskasten befindet sich natuerlich weit weg im Gepaeckraum. Eine halbe Stunde spaeter gibt´s einen Verpflegungshalt, und der Busbegleiter wickelt dem Maedchen ein Pflaster um den Finger. Die Sache ist gegessen. Die Familie des Maedchens setzt sich um eine Schuessel herum und isst von Hand undefinierbare Nahrung, waehrend einige besserbetuchte Passagiere sich in der "Raststaette" verpflegen (ich zehre ein wenig von meinem Vorrat).
Die Familie des Maedchens ist offensichtlich sehr arm. Bei diesem Anblick, wie diese Familie wie Tiere am Boden aus einer Schuessel fressen komme ich mir als bestens verpflegter Touri doch mindestens etwas seltsam vor.
Waehrend der Pause unterhalte ich mich noch ein wenig mit der Familie Escobar, die dem Mittelstand angehoert. Der Vater arbeitet bei einer Oelgesellschaft.
Dann geht die Busfahrt weiter durch die Anden. Bis die Klapperkiste um ca. 2.30 Uhr morgens stehenbleibt. Irgendwo im Nichts in den Bergen.
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Donnerstag, 7. Februar 2008
D Larvestrooss
Samstag, 26. Januar
Puenktlich um 11.30 Uhr faehrt der 11.00-Uhr-Bus in Richtung Loja los. Mit an Bord: Die Portugiesin Joanna, die in London lebt. Sie kann auch Spanisch, und so unterhalten wir uns des Oefteren waehrend der 5-stuendigen Fahrt, die durch aeusserst schweizerisch anmutende Berggegenden Sued-Ecuadors fuehrt.
Gegen halb fuenf treffen wir in Loja ein. Der Bus nach Piura faehrt um 22.30 Uhr, Ankunft acht Stunden spaeter.
In Loja unternehme ich erst einmal was gegen den grossen Hunger. Nachdem ich mein Backpack bei der Busfirma zwischengelagert habe (aus unerfindlichen Gruenden nehme ich die Gitarre mit) lasse ich mich zum KFC fahren. Wieder mal richtig fast fooden.
Im Supermaxi decke ich mich anschliessend mit Proviand fuer die naechtliche Weiterreise ein.
Zurueck beim Busbahnhof gebe ich dann auch die Gitarre ab und nehme einen Pulli aus dem Backpack, denn der freundliche Taxifahrer hat mir erklaert, dass die Temperaturen hier abends doch zur Kuehle fallen.
Nach zwei Stunden Internet setze ich mich in eine Beiz, in der normalerweise nie Touristen einkehren. Ich werde aber freundlich empfangen und verspeise auf Vitaminjagd einen gemischten Salat mit Hoernli.
Nachdem ich im Busbahnhof-Fastfoodrestaurant auf der Toilette brav die Zaehne geputzt habe, geht ziemlich puenktlich um halb elf die Reise nach Peru los.
Nach einigen Stunden ipod (merci nomol, localz und babez!!!!) und etwas Schlaf halten wir bei einem ecuadorianischen Posten an. Dies ist zwar noch weit von der Grenze entfernt, aber wir Touris (drei Amis, ein kanadisches Paerchen und ich) muessen aussteigen.
Draussen ist es hochgradig eklig: Die ganze Strasse ist bedeckt mit Kaeferlarven, je ca. 1.5 Zentimeter gross. Zahlreiche sind auch schon geschluepft und schwirren mit hochtoenigen Geraueschen durch die Luft. Unweigerlich tritt man auf die Larven, die mit einem Knacken zerspringen.
Ein Schwein befindet sich offenbar im Nahrungsparadies, streunt herum und schlaegt sich den Bauch mit den Larven voll.
Bei diesen Zustaenden erstaunt die Zwanzigabachti-Schnuure der Soldaten des Postens ueberhaupt nicht. Nach zehn Minuten und einigen aus meinen Haaren vertriebenen Kaefern ist der Spuk vorbei, die Paesse sind kontrolliert, und wir koennen weiterfahren.
Untbestimmte Zeit spaeter arrivieren wir am Zoll nach Peru. Auch hier nochmal das Passprozedere, aber immerhin keine gruusigen Larven.
Gegen sechs Uhr kommen wir in Piura an. Ich habe kaum geschlafen und beschliesse, die 18-stuendige Weiterfahrt nach Tarapoto auf morgen zu verschieben. Ich kehre ins Hostel "Peru" ein , nachdem der freundliche Taxifahrer mich zu einem ATM (einem Banggomat) gefahren hat, da die Dollares hierzulande nicht so leicht ueber den Ladentisch gehen wie in Ecuador, wo es die offizielle Waehrung ist.
Mit Soles im Sack checke ich i Hotel ein und lege mich ins Bett.
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Dr Letscht mit em Roca
Freitag, 25. Januar
Der letzte Tag, bevor es alleine weitergeht. Ich besorge mir ein Ticket nach Loja/Ecuador, von wo ich dann auf den Bus nach Piura/Peru umsteigen kann. Das naechste Hauptziel ist Iquitos im peruanischen Amazonasbecken. Die Reise wird einige Tage beanspruchen.
Gegenueber vom Hostal hole ich im Fotogeschaeft die DVD mit den bisher gemachten Fotos ab, um sie Ralf mitzugeben. In einer "Lavanderia" lass ich meine Shirts und Shorts waschen.
Irgendwie ein seltsames Gefuehl, dass es morgen alleine weitergeht.
Ich kaufe mir noch Reiseproviand. Der Bus nach Loja verfuegt laut Firma ueber eine Toilette, somit kann ich vor- und waehrend der Fahrt unbeschwert trinken. Die meisten ecuadorianischen Busse haben keine Toilette, ein ziemlich unerfreuliches Phaenomen.
Unser Abschiedsessen findet in einem Restaurant "Roma" statt, das angeblich die besten Pizzas der Stadt backt. Seltsam nu, dass Ralf und ich die einzigen Gaeste sind. Die Waende sind behangen mit Gemaelden eines Erwachsenen mit den Faehigkeiten eines Kindes.
Wie auch immer, wir verdruecken die Pizza bzw. die Teigwaren und stuerzen uns anschliessend ins Nachtleben. Nach einem Aperitif im Cafe "Austria" besuchen wir die etwas duerftige Party im "Brasos de San Juan", spaeter landen wir in einer attraktiven Disco, wo auch eine Band auftritt, die allerdings mit abgedroschenem Standard-Funk langweilt.
Gegen drei Uhr gehen Ralf und ich ins Hostel zurueck und verabschieden uns nach zwei erlebnisreichen, in bester Erinnerung bleibenden Wochen. Sali Roca, e digge Mutz an alli localz, babez und an d WG-Laeura.
P.S. Roca, bitte nit vergaesse im Chavi in d Baeggli z kneife!
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Ingapirca vs. Augusta Raurica
Donnerstag, 24. Januar
Nach einem Hostel-Fruehstueck im 6. Stock mit Blick ueber Cuenca schnappen wir uns um 09.00 Uhr den Bus zur Inka-Ruine "Ingapirca". Nach zweistuendiger Fahrt treffen wir bei den bescheidenen Zeugen der Inkakultur ein. Da ist unsere Region Basel mit Augusta Raurica doch wesentlich besser bestueckt (falls es zum Aargau gehoert, sollten wir es annektieren).
Nach einer knappen Dreiviertelstunde haben wir die spaerlichen Mauern und auch das kleine Museum besichtigt und machen einen kleinen Spaziergang, um anschliessend in einer Beiz einen Kaffee zu trinken. Angesichts der Frische hier oben (irgendwo um die 2000 Meter) hat sich mein Kauf einer Indianerkappe und eines Lamahaar-Schals mehr als gelohnt.
Zum Glueck faehrt der Bus bereits um 13.00 Uhr zurueck. Es haette normalerweise noch einen um 16.00 Uhr, dann haetten wir drei weitere Stunden in der Beiz verbringen muessen.
Gegen halb vier kommen wir in Cuenca an und machen uns auf, fuer Ralf ein Ticket nach Quito zu besorgen. Anschliessend geht´s ins Internetcafe. Ich mache mich noch auf die Suche nach einer Schlafmaske, da ich meine in Baños vergessen habe und die vorhaenge in keinem einzigen Hostel etwas taugten. Nach fuenf gutgemeinten Tipps, die alle ins Leere fuehrten, gebe ich die Suche auf.
Ralf und ich treffen uns wieder gegen 20.00 Uhr, um im vom Lonely Planet empfohlenen Steakhouse "Brasos de San Juan" zu dinieren. Die Steaks sind lecker, und der Kellner laedt uns auch gleich fuer die morgige Party im selben Lokal ein.
Spaeter am Abend kundschaftet Ralf schon mal das Nachtleben aus, waehrend ich ziemlich muede ins Bett plumpse.
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Der Kluge reist leider nicht auf dem Zugdach
Mittwoch, 23. Januar
Um rekordverdaechtige 5.30 Uhr schelt der Wecker. An den Tagen, an denen der Zug von Riobamba verkehrt (Mittwoch, Freitag und Sonntag) bietet das Hostal ein fruehes Fruehstuecksbuffet fuer die Zugreisenden an, es isch dr Hit. Ausser, dass ich um diese Zeit noch nicht sehr hungrig bin.
Gegen Viertel nach sechs marschieren wir in Richtung Bahnhof ab, der nur etwa 100 Meter entfernt liegt. Zu weit fuer die deutschen Senioren, die diese unmenschliche Strecke per Car zuruecklegen (kein Witz).
Um sieben ist der Zug, der ueber ca. fuenf Waggons verfuegt, gefuellt und kann abfahren. Grosse Enttaeuschung macht sich breit: Wir werden uns nicht aufs Dach setzen duerfen, wie das vor vier Jahren bei Benj noch moeglich war. Der Grund: Vor einem Jahr starben zwei Japaner, als sie fotografieren wollten, das aber wohl dummerweise im Stehen. Wir vermuten, dass das japanische Konsulat anschliessend Druck gemacht hat, die Passagiere kuenftig brav in ihre Sessel zu pferchen.
Die Landschaft ist aber wunderschoen, auch wenn wir zwischendurch mal einnicken. Bei einem Zwischenstopp kaufe ich auf einem Markt eine Indianer-Winterkappe (hier oben ist es ziemlich frisch) und ein Lamahaar-Schal.
Um halb zwei treffen wir in Alausí ein, von wo aus dann um halb drei ein Bus nach Cuenca losfaehrt.
In Cuenca steigen wir im Hostel gegenueber von dem ab, in welchem Hakan und ich logierten. Z Nacht gibt´s in unserer Stammbeiz vom letzten Cuenca-Besuch.
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Kribbeln im Bauch
Dienstag, 22. Januar
Z Morge auf der Dachterrasse des Hostals. Danach Anrufe nach Holland und in die Schweiz wegen Opas Tod.
Das Nachmittagsprogramm ist gebongt: Ein Taxifahrer ist zu einem humanen Preis bereit, uns die Gegend, im Speziellen den Vulkan und die Wasserfaelle, zu zeigen - inklusive einer spektakulaeren Seilbahnfahrt ueber eine Schlucht. Diese Fahrt ist unerwartet derart schnell, dass wir doch noch zum Kribbeln im Bauch kommen, obwohl wir vom Vulkan aufgrund der Wolkendichte wieder nicht viel zu sehen bekommen haben.
Um fuenf Uhr nachmittags schnappen wir dann den den Bus nach Riobamba, fuer den wir gestern bereits ein Ticket gekauft haben.
In Rrriobamba quartieren wir uns diesmal im bahnhofsnahen Hostel "Tren" (oder so aehnlich) ein, da wir morgen mit der einzigen Eisenbahn Ecuadors fahren werden, DER Touristenattraktion des Suedens.
Die Schwoobe-Seniorentruppe ist uebrigens auch in diesem Hostel einquartiert. Wetten, dass sie morgen ebenfalls auf dem Zug sind?
Z Nacht gibt's im argentinischen Steakhouse. Nicht schlecht. Anschliessend geht´s frueh ins Bett. Ich schreibe noch laenger an meinem Abschiedsbrief fuer Opa, der an der Beerdigung in Holland vorgelesen werden wird.
Nachtrag: Der Vulkan bei Baños ist jetzt, Anfangs Februar, ausgebrochen, tausende wurden von den Behoerden evakuiert. Vergleiche die baz vom 6. Februar. Haemmer grad no Glueck gha, Ralf :-)
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Mittwoch, 6. Februar 2008
Zurueck in der Zivilisation
Heute Abend bin ich von einem 5-taegigen Camp im Amazonas zurueckgekehrt. Da gab´s keine Dusche und keinen Strom, dafuer Jaguars, Caymans und Anacondas. Details folgen spaeter...
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Freitag, 1. Februar 2008
Dunkle Wolken
Montag, 21. Januar
Gegen halb elf nehmen wir den Bus von Rrrrriobamba nach Baños. Bis jetzt haben uns alle Gefragten versichtert, dass Baños zur Zeit unbedenklich sei, trotz einiger Eruptionen in den vergangenen Wochen. Eine Bemerkung am Rande zu Ratschlaegen von Einheimischen: 90% der bestimmt gutgemeinten Tipps entpuppen sich als leere Worthuelsen, so meine bisherigen Erfahrungen.
Mit der ueblichen Mindestverspaetung von ca. 30 Minuten treffen wir nach einer Fahrt durch schweizaehnlich anmutenden, von schwarz-weiss gefleckten Kuehen gepraegte Landschaften in Baños ein, das am Fusse des Vulkans "Tungurahua" liegt. Der "boca" (Mund) des Vulkans liegt aber auf der anderen Seite. Wie beruhigend.
Der Grund, warum bei uns nicht einmal ein mulmiges Gefuehl aufkommt liegt aber eher darin, dass der Vulkan praktisch vollstaendig von Wolken eingehuellt ist. Ralf und ich lassen uns den Spass aber keineswegs verderben und lehnen uns im vom Vulkan gespiesenen Thermalbad im angenehm heissen Wasser zurueck.
Anschliessend kehren wir kurz ins Hostel zurueck, das wir uns vom Lonely Planet haben empfehlen lassen.
Zum Lunch setzen wir uns in das von einem Italiener bewirtschaftete Cafe "Hood", um ein Sandwich zu verdruecken. Nach dem Essen erfahren wir, dass die uebliche Nachtsicht-Tour um 21.00 Uhr aufgrund der Wolkendichte wohl nicht stattfinden wird. Nach einer Lesesession und einem laengeren Nickerchen schreiten wir zum Diner. Zum Wochenbeginn ist in Baños gemaess Einheimischen ziemlich tote Hose, was von den zahlreichen geschlossenen Restaurants und den weitgehend menschenleeren Gassen bestaetigt wird. Trotzdem finden wir eine sich als gemuetlich entpuppende Beiz. Heute gibt´s wieder einmal ein Filet Mignon, aber der Schatten des Argentiniers in Quito erweist sich als uebergross. Note 4.5 fuer den Filet-Braetler aus Baños. Neben uns in der Beiz sitzt uebrigens ein Tisch voller Schwobe-Senioren, die uns bis Cuenca verfolgen werden.
Nach dem Z Nacht suchen wir die "Barstreet", gehen aber in die falsche Richtung und kommen an einem Internetcafe vorbei. Wir beschliessen, hier einen Mailcheck-Stop einzulegen. Das erste Mail traegt den Vermerk "Opa". Mein geliebter Grossvater ist gestorben. Fluesse beginnen zu fliessen.
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Donnerstag, 31. Januar 2008
Rrrrriobambariobambariobambariobamba
Samstag, 20. Januar
Nach einem finalen Fruehstueck im Coffee Tree verabschieden wir uns von der herzigen Servierduese namens "Merci" und fahren zum Busbahnhof, der tagsueber wesentlich weniger irre wirkt als vor der besagten ("wie gseit") Reise nach Montañita.
Eine Notiz wert ist die Kunst der Busbegleiter, das Wort Riobamba innert Rekordzeit mehrmals hintereinander in die Welt hinausschreien zu koennen, dies als Versuch, weitere Fahrgaeste anzulocken, fuer die man auch ueberall anhaelt. Um zuhaus zu ueben: Rrriobambariobambariobamba - Rrriobamba!!! Erwaehnenswert sind ebenfalls die zahlreichen Kinder (ja, Kinderarbeit ist hier an der Tagesordnung) und Erwachsenen, die bei jeder (in-) offiziellen Haltestelle aufspringen und versuchen, von Aepfeln ueber Nuesschen bis aus zweifelhafter Produktion stammende Grillspiesse alle moeglichen Nahrungsmittel an den Mann zu bringen.
Der Bus faehrt puenktlich mit einer halben Stunde verspaetung ab. Waehrend Ralf schlaeft werde ich Zeuge des Vortrags eines Mannes, der rund eine Viertelstunde lang ein Wundermittel anpreist, mit dem angeblich ein junger Mann von Hodenkrebs und ein alter Mann von seiner Impotenz geheilt worden sei. Und das zu einem Spottpreis von einem Dollar. Mann o Mann.
Die Verspaetung des Busses hat diesmal einen triftigen Grund: An einer Unfallstelle muessen wir umkehren und einen Umweg ueber ein holpriges Feldweglein machen. Bei dieser Anarchie auf den Strassen ist ein Unfall keine Seltenheit. Der Lonely Planet erwaehnt zahlreiche Gefahren wie z.B. Diebe, aber die groesste Gefahr in Suedamerika ist die Strasse. Sie fahren wie die Irren, rechts ueberholen macht jeder, Ampeln ueberfahren sowieso, manchmal pfeift ein Polizist, doch seine Bemuehungen gehen unter im Massen-Strassenanarchismus.
Ende Nachmittag kommen wir in Rrrriobamba an und steigen in einem vom Lonely Planet empfohlenen Hostel ab. Am Sonntag Abend eine ruhige Lage, wird sich der Strassenlaerm morgen mit Sicherheit bemerkbar machen.
Abends suchen wir mit knurrenden Maegen nach einem Restaurant, was in diesen Breitengraden Sonntags ziemlich aussichtslos ist. Schliesslich finden wir in Richtung Busbahnhof doch noch eine brauchbare Pizzeria. Muede vom lebhaften Wochenende plumpse ich um neun ins Bett.
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Helvetischer Grillspass
Samstag, 19. Januar
Ohne Z Morge geht es gegen ein Uhr los in Richtung Mischa, der als Deutschlehrer arbeitet und in einem halben Jahr mit Kind und Kegel nach Basel zurueckkehren wird.
Die Taxifahrt in das Vorstaedtchen namens "Cumbaya" (ja, wie die Christenhymne) dauert laenger als erwartet und fuehrt uns einige hundert Meter tiefer ins Tal. Im Supermaxi-Markt kaufen wir ordentlich Grillproviand ein, anschliessend rufen wir Mischa an, der uns abholen kommt. Auch Mischa hat sich an die anarchistischen Verkehrsgepflogenheiten Ecuadors angepasst. Im Nu sind wir bei ihm zuhause, wo uns eine froehliche Grillgesellschaft erwartet. Die zahlreich anwesenden Schweizer lassen fast schon das Gefuehl eines helvetischen Grillplausches aufkommen, aber hie und da sind doch auch Konversationen auf Spanisch zu hoeren.
Zu den Gaesten zaehlen Mischas Schwester und deren Freund, seine Cousine mit Ehemann, zwei Ehepaare mit Schweizer Beteiligung, Lee, einem USAner sowie Yves, einem nach Ecuador auswandernden Basler.
Die Ambiance ist herrlich, die laendliche Luft eine Wohltat gegenueber dem unkatalysierten Abgasneben Quitos. Da sich die Wolken lichten erhaschen wir sogar einen Blick auf den fernen Cotopaxi-Vulkan.
Nach einer zum Mitsingen einladenden Piano Session von Mischa, der zwei Kurz-Konzerte von studierten Pianisten vorausgegangen waren, erhalten Ralf und ich dann zusammen mit dem Ami Lee eine Mitfahrgelegenheit zum Mariscal zurueck. Fahrerin ist die Cousine von Mischas Frau.
Wir gehen kurz ins Hotel, dann stuerzen wir uns noch einmal ins Mariscaler Nachtleben, um Quito noch einmal voll auszukosten, denn morgen geht´s weiter Richtung Sueden.
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Don't cry for the Argentinian
Freitag, 18. Januar
Waehrend Ralf shoppen geht, verbringe ich viel Zeit im Internetcafé. Nachmittags fahren wir zum irren Busbahnhof, um ein Ticket zu kaufen. Wir haben beschlossen, via Riobamba nach Baños zu gehen. Dieser Umweg deshalb, da es kuerzlich heftigere Eruptionen des lokalen Vulkans "Tungurahua" gegeben hat. Saemtliche Befragten empfehlen zwar, trotzdem nach Baños zu gehen, aber wir wollen im 55 Kilometer entfernten Riobamba herausfinden, wie die Lage wirklich ist.
Diesen Nachmittag vereinbaren wir mit Daniela, einer Bekannten aus Basel, die seit einem halben Jahr hier wohnt, uns abends zu treffen. Hinzu kommt fuer den folgigen Tag Samstag eine Einladung zum Grillfest bei Mischa, ebenfalls aus Basel und seit sechs Jahren wohnhaft nahe Quito (verheiratet mit einer Ecuadorianerin, zewai Kinder).
Abends speisen wir in einem Restaurant, das sich als Oase franzoesischer Speisen anpreist. Verdaechtig ist schon, dass auf der Karte blasphemisch auch ein Caquelon abgebildet ist. Wer hat´s erfunden? However, das angebliche Filet Mignon entpuppt sich als Suppen-Ragout. Waeren wir doch wieder zum Argentinier gegangen...
Gegen zehn Uhr treffen wir Daniela und ihre Freunde, eine sympathische Truppe. Mit ihnen stuerzen wir uns ins Quitoer Nachtleben und erhalten aufgrund der Beziehungen eines Freundes von Daniela freien Eintritt in einen Club, der problemlos auch in Zuerich beheimatet sein koennte. Nach viel Tanz- und Trinkspass sowie einem unfreiwillig komischen, abrupten Ende von Ralfs Konversation mit einer lokalen Schoenheit schluerfen wir gegen drei Uhr morgens in Richtung Hotel.
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Eros in Ecuador
Donnerstag, 17. Januar
Ein Tage ohne groessere Vorkommnisse: Fruehstueck, Internetcafé, ein wenig lesen, Gitarre zupfen, Ende Nachmittag noch die zweite Salsa-Lektion. Fortsetzung sollte folgen... Zum Z Nacht folgen wir einmal mehr dem Lonely Planet zur "besten Pizzeria Quitos". Die Qualitaet der Pizza mag auch Eros Ramazzotti nicht mindern, der laengere Zeit von der Leinwand aus die Gaeste belaestigt. Anschliessend uebernimmt, ganz unitalienisch, ausser seinen angeblichen Verbindungen zur Mafia, Frank Sinatra, der uns mit Hits wie "Chicago" berieselt. Danach geht´s wieder einmal brav frueh ins Bett.
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Freitag, 25. Januar 2008
Tanzhungrig
Mittwoch, 16. Januar
Waehrend Hakan Souvenirs fuer Familie und Freunde besorgt und Ralf seinen rebellierenden Magen zu beschwichtigen versucht, wage ich mich erstmals auf das Tanzparkett - Salsakurs ist angesagt! Die Tanzlehrerin, an sich huebsch und mit hervorragenden Kurven ausgestattet, ist leider staerker auf ihr Spiegelbild (Spiegel bedecken saemtliche Waende) als auf meine Tanzschritte konzentriert. Trotzdem schafft sie es, mir die ersten Grundschritte beizubringen. Ja, ich bin ein steifer Europaer. Aber es besteht Hoffnung.
Hakans letzter Abend in Quito faellt leider seinem ebenfalls rebellierenden Magen zum Opfer. Das Fondue war also wirklich das Letzte.
Ralf und ich dinieren beim Argentinier, der gopferdelli das beste Filet Mignon braet, das ich je gegessen habe. Der alte Patron wacht sowohl ueber die Geschehnisse in der Kueche als auch im Gaestesaal, und diese permanente Qualitaetspruefung zahlt sich mehr als aus.
Leider ist Ralfs Magen noch nicht gewillt, an diesem Fest fuer den Gaumen teilzunehmen.
Nach dem Essen kehren wir ins Hotel zurueck, wo wir uns von Hakan verabschieden. Hasta luego, Amigo!
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Kulturelle Interaktion
Dienstag, 15. Januar
Nachdem alle ordentlich ausgeschlafen haben geht´s wieder zum Fruehstueck "chez Merci". Zu ihrer Erleichterung entuppen wir uns als zwei Schwyzer und ein Daene, entgegen ihren Befuerchtungen, wir seien Amis. Die mag sie naemlich nicht. Aber uns schon.
Heute goenne ich mir ein heimatlich anmutendes "Musli"-Fruehstueck - ein Fruchtsalat mit Erdbeerjoghurt. Lecker.
Wir schmieden Plaene fuer weitere kulturelle Exkursionen und beschliessen, das Cuencaer Museum der Kulturen zu besuchen. Hier erhalten wir nachmittags Einblicke in die Voelkergeschichte Ecuadors, von steinzeitlichen Staemmen bis zu nicht enden wollenden Darstellungen des Gekreuzigten und dessen Propheten und weiss ich nicht was alles. Auffaellig: Mit fortschreitender Christianisierung werden die Bilder immer duesterer.
Daneben gibt es auch zahlreiche Huldigungen in bildlicher und skulptureller Form an den physischen Salvador (Befreier) Suedamerikas, Simon Bolivar.
Abends ein kleiner Faux-Pas: Wir wagen uns tatsaechlich in eine Fondue-Bude im Mariscal. Also ich freue mich auf ein richtiges Fondue zuhause. Die Maegen von Ralf und Hakan protestieren anschliessend auch lauthals gegen diese Beleidigung fuer das Schweizer Nationalgericht.
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Weekend starts on Monday
Montag, 14. Januar
Gegen halb zwoelf treffen Hakan, der Jetlag-auskurierende Ralf und ich uns zum Fruehstueck. Wir gehen zu unserem Z Morge-Stammlokal Coffee Tree, wo wir wieder von unserer neugierigen Kellnerin namens Merci empfangen werden.
Nachmittags lassen wir uns ins alte Viertel von Quito chauffieren, um ein wenig Sightseeing zu betreiben. Von der Apokalypse-Jungfrau oben auf einem Huegel aus kann man die ganze Stadt ueberblicken. Quito ist definitiv kein Topmodel, die Aussicht aber nichtsdestotrotz gewaltig.
Abends geht's zum Z Nacht in das In-Restaurant Boca del Lobo (uebersetzt: D Schnuure vom Fuchs), wo wir mit der Gruppe verabredet sind, mit der Hakan im Regenwald gearbeitet hat. Erfreulicherweise drehen sich die Gespraeche nicht ausschliesslich ueber die Regenwald-Erlebnisse, somit koennen auch Ralf und ich uns an den Konversationen beteiligen.
Um 22.00 Uhr treffen wir meine Cousine Simone beim Mariscal-Treffpunkt papaya.net
Sie und ihre Freundin nehmen uns mit eine Alternativ-Bar, wo wir bei einigen Bierchen ueber Reisen und Familie plaudern. Gegen halb eins verlassen uns die beiden deutschen Damen wieder, da Simone morgen arbeiten muss. Hakan, Ralf und mich verschlaegt es anschliessend noch in eine Disco, in der versnobte Quitoerinnen und Quitoer zu europaeischem Dancesound tanzen. Naja.
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Montag, 21. Januar 2008
Opa de Roo, 1908-2008
Ik draag je met me mee, tot het gordijn valt
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Freitag, 18. Januar 2008
Ralf llega en Quito!
Sonntag, 13. Januar
Gegen zehn Uhr wechseln wir vom Hostel Nassau ins Hotel Bonaventure auf der anderen Strassenseite. Wir beziehen Einzelzimmer mit Badezimmer (Heisswasserdusche!) und reservieren ein Zimmer fuer Ralf, der heute Abend eintreffen wird.
Anschliessend fruehstuecken wir im gemuetlichen Cafe-Restaurant Coffee Tree, das 24 Stunden am Tag geoffnet hat und ganztaeglich Fruehstueck anbietet.
Nachmittags schlendern wir ein wenig im ziemlich ausgestorbenen Quito herum und lungern laengere Zeit im Internetcafe herum.
Im Hotel uebe ich Karma Police von Radiohead und lese "Kakerlaken", einen der meisterhaften Krimis des Norwegers Jo Nesbo, zu Ende.
Abends haben Hakan und ich beide Lust auf Chinesisch und konsultieren das Internet. Wir stossen auf ein gepflegtes Restaurant namens "Happy Panda". Gluecklich macht hier das Essen, nicht aber die Rechnung - fuer diese Mahlzeit geht mehr als die Haelfte meines Tagesbudgets drauf. Die hoechste Rechnung, die ich auf der bisherigen Reise erhalten habe. Aber es war die Suende wert. Im Restaurant lassen wir uns ein Taxi rufen. Dieses ausgestorbene Quartier, in dem die Wolken bis auf die Strasse heruntersinken, wirkt etwas gespenstisch. Umso weniger beruhigend ist die Tatsache, dass der glueckliche Panda von einem Security-Typen mit umgeschnallter Pump-Gun bewacht wird. Ein markanter Unterschied zur Schweiz: Hier in Ecuador laeuft alles, was sich Security nennt, mit Schusswaffen herum (und einer mit einem riesigen Mordskoeter, der etwa doppelt so schwer ist wie sein Bewacher. Ich will nicht dabei sein, wenn sich dieser Scheisskoeter in einem Aggressionsanfall problemlos von seinem Herrchen losreisst).
Zurueck im Hotel lese ich einige Seiten, bis Hakan und ich uns gegen neun treffen und ein Taxi zum Flughafen nehmen. Ich habe im Stil der am Flughafen vielfach vertretenen Empfangskomittees ein Blatt mit "RALFS" vorbereitet, um den Reisenden aus der Delsbergerallee in die richtige Richtung zu lotsen. Gegen zehn Uhr ist es soweit: Ralf ist da!!!!!!! Nach einer herzlichen Umarmung geht's zum Hotel, worauf Hakan, Ralf und ich noch fuer ein Bierchen ins Mariscal schlendern.
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Donnerstag, 17. Januar 2008
Zurueck in Quito
Samstag, 12. Januar
Nach dem ueblichen Fruehstueck (Eier, Toast, lauwarmer Jugo, Tee bzw. Kaffee) mit hervorragender Aussicht (4. Stock mit Blick ueber Cuenca) packen wir die letzten Sachen ein und putzen brav die Zaehne. Ich erhalte noch Besuch von der jungen Putzfrau, die mir als Geschenk ein Souvenir in Form eines auf einem Felsen hockenden Adlers oder Condors ueberreicht - muchas gracias :-)
Dann heisst es adieu, Cuenca: Gegen zehn Uhr lassen Hakan & ich uns per gelbem Taxi zum herzig kleinen Flughafen chauffieren. Der Flug waere um 11.15 Uhr geplant, doch wenig ueberraschend erhaelt er eine Verspaetung von 45 Minuten. Wir schlagen die Zeit mit Filterkaffee, Gespraechen ueber das andere Geschlecht sowie dem Beobachten der anderen Reisenden tot.
Der Flug dauert nur eine halbe Stunde, waehrend der wir aber eine wunderbare Aussicht auf die Anden sowie ein mindestens drei Zentimeter langes Sandwich geniessen koennen.
Nach einem Inlandflug bleibt einem die Einreise-Administration natuerlich erspart, und somit sitzen wir alsbald im Taxi zum Amazonas-Inn, dem avisierten Hostel. Dieses ist aber voll, und somit fragen wir beim benachbarten Hostel Nassau (wij houden van Oranje) nach. Hier kriegen wir je ein Dreierzimmer fuer laeppische zehn Dollar - was fuer ein Schnaeppchen.
Nachmittags gehen wir ins bevorzugte Einkaufszentrum "El jardin" - ein Garten Eden fuer die shoppingwuetigen oberen zwei Prozent der Bevoelkerung Ecuadors - die Preise befinden sich mehrheitlich auf schwindelerregendem Schweizer Niveau.
Hakan deckt sich mit einigen basalen Kleidungsstuecken ein, doch mehrheitlich bleibt es bei einem bestaunen der Preise und der Frage, wer sich denn hier ein Hemd fuer 200 Dollar leistet. Gringos sind hier uebrigens weit und breit nicht zu sehen.
Im Hostel fragt man uns, ob wir am naechsten Tag nicht anstatt um 11.00 Uhr bereits um 08.00 Uhr auschecken koennten, sie haetten ein Puff mit den Reservationen. Wir erklaeren uns grosszuegigerweise bereit, um neun Uhr zu verschwinden, denn wir haben mit dem BONAVENTURE bereits eine bessere Bleibe gefunden - ein echtes Hotel zu Hostel-Preisen, und das nur einen Steinwurf entfernt.
Abends dinieren wir in einem argentinischen Steak-House - die beste Mahlzeit bzw. das beste Filet der bisherigen Reise - increible! Ach ja, mein Magen ist wieder dauerhaft gesundet.
Nach dem Essen erkunden wir das beruehmt-beruechtigte Mariscal Sucre-Quartier (benannt nach dem legendaeren Feldmarschall Sucre, dem hoechsten Offizier Simón Bolivars, dem Befreier Suedamerikas). Laut Lonely Planet ist das Mariscal-Quartier nach 22.00 Uhr hoechst gefaehrlich. Allerdings passt das nicht ganz damit zusammen, dass sich hier die Mehrheit der lokalen juengeren Bevoelkerung ins Wochenend-Vergnuegen stuerzt. Wir lassen uns von einem Quitoer aufklaeren: Einfach nicht unbedingt alleine heimwaerts trotten, in diesem Fall lieber ein Taxi nehmen. Ansonsten scheint die Gefahr nicht so gross, wie gemeinhin vermutet. Ach ja, da faellt mir noch die Geschichte ein, die mir ein Reisender in Costa Rica erzaehlt hat: Ja, sein Kollege sei im Mariscal Sucre beraubt worden. Tja, dieser arme Tropf hatte es auch fuer noetig gehalten, 700 (!) US-Dollar in der Tasche zu haben...
Hakan und ich fragen uns, ob wir uns bei jungen Quitoerinnen oder Quitoern Tipps fuer das hiesige Ausgangsleben holen sollen. In diesem Moment sehe ich die grosse Gestalt, die ich aus Basel kenne: Mischa, der inzwischen zweifache Familienvater, der hier seit sechs Jahren wohnt und mit einer Ecuadorianerin verheiratet ist. Was fuer ein Zufall - es ist das erste Mal seit Wochen, dass er am Wochenende in der Stadt unterwegs ist. Natuerlich schliessen wir uns seiner Gruppe an und verbringen einen tollen Abend in Mariscals Bars und Discos. Und Mischa laedt uns schon mal fuer eine Grillparty am naechsten Wochenende ein - dann mit Ralf, denn Hakan wird am Donnerstag nach Aarhus/Daenemark zurueckkehren.
Im Hostel Nassau erklaert der von uns soeben (ca. 03.30 Uhr) aus dem Schlaf gerissene bzw. gelaeutete Portier, dass es etwas Ordnung im Reservationspuff gegeben habe - wir koennten nun doch normal ausschlafen. Sie hatten acht Uhr morgens mit acht Uhr abends verwechselt. Mal ehrlich - wer reserviert schon ein Hostelzimmer fuer 08.00 Uhr morgens? Eben.
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Mittwoch, 16. Januar 2008
Montag, 14. Januar 2008
Sonntag, 13. Januar 2008
Dick im Geschaeft
Freitag, 11. Januar
Irgendwann morgens gegen 5 Uhr habe ich genug und greife zur Wunderpille, die Hakan mir gegeben und waermstens empfohlen hat. Sein Arzt verwendet sie selbst, wenn er auf Reisen ist. Die prophezeite Wunderwirkung: Eliminierung des Durchfalls innerhalb eines Tages. Mit dieser Pille ist es wohl wie mit einer Wurst: Man will lieber nicht wissen, was da drinsteckt. Aber sie wirkt - nachmittags fuehle ich mich schon um Welten besser. Warum nicht gleich so...
Hakan ist heute auf einer Tour im Nationalpark, die ich aufgrund meiner Magen-Darm-Probleme nicht mitmachen wollte/konnte. Nach dem Fruehstueck (die ganze Woche selbe Kost: Huevos revueltos (Ruehrei) mit zwei Schnitten Weissbrot, einem Tee und einem lauwarmen Jugo) begebe ich mich mit meiner Kamera auf Erkundungstour in die Stadt. Nach einer Siesta schluerfe ich dann ins Internetcafe, in der Hoffnung, meine Fotos uploaden zu koennen, um den Bleiwuesten-Blog mal wieder bebildern zu koennen. Fehlanzeige: Meine Kamera bzw. die Speicherkarte wird von der Scheiss-Windowskiste als Virus identifiziert. Mac, oh mac, wo bisch????
Ich beschliesse, es in einem anderen Cafe zu versuchen. Hier kann ich die Fotos zwar problemlos auf den Desktop schmeissen, das Heraufladen der Bilder auf flickr.com benoetigt aber grausam viel Zeit. Nach einer Stunde und fuenfzehn Minuten gebe ich mit fuenf von 36 Fotos auf. Leider sind es nicht die spektakulaersten, aber den Rest werde ich halt irgendwo in Quito mit hoffentlich hoeherem Tempo uploaden.
Gegen halb sechs treffe ich Hakan auf dem Weg zum Hostel. Die Tour war offenbar fantastisch - ich ueberlege mir, Ralf vorzuschlagen, nach Cuenca zurueckzukehren, um diese Tour, die in 4000 Metern Hoehe startet (Hakan: "Wenn du dort oben aus dem Bus steigst, glaubst du erst Mal, zu ersticken, dann wandelt sich aber alles zum Guten").
Waehrend Hakan sich auf den Weg ins Internetcafe macht, erhalte ich ein Briefchen von der jungen Putzfrau durch den Tuerspalt hindurchgeschoben. Offensichtlich hat sie Gefallen an mir gefunden. Das erinnert mich irgendwie an eine Szenerie in Sevilla (Kev & Laba wissen mehr, hehehe). Sie ist ganz nett, sagen wir auf Schweizerdeutsch "E Liebi". Somit bleibt´s bei einem bisschen plaudern auf Spanisch, dann verabschiede ich mich in Richtung Abendessen.
Mit Hakan kehre ich in das vorzuegliche Cuencaer Steak-Restaurant "Las brasos de San Juan" zurueck, ein Steakhouse in argentinischem Stil. Ich fuehle mich bereit fuer die erste grosse Mahlzeit seit Tagen. Mein Magen haelt - ich bin wieder dick dabei.
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Freitag, 11. Januar 2008
Schnaeppchen des Tages
Donnerstag, 10. Januar
Den Durchfall weiterhin in Zaum haltend gehe ich mit Hakan ins Archaeologische Museum. Es hat deren drei - das Erste ist eher karg bestueckt. Eindruecklicher ist das von einer Bank finanzierte Museum, wo wir von alten Inka-Skulpturen bis echten Schrumpfkoepfen aus dem Amazonas viel Interessantes zu Gesicht bekommen.
Nachmittags gehen wir ein wenig shoppen. Ich tue das, was ich schon lange haette tun sollen und kaufe mir eine Gitarre. Unglaublich: Fuer 45 Dollar erhalte ich eine sehr gut klingende spanische Gitarre mit Huelle, Ersatzsaiten und Plecs. DAS Schnaeppchen des Tages. Hakan macht sich auf die Suche nach Geschenken fuer seine Familie und sein Miisli Jeanette (Auf Daenisch spricht man auch das letzte -E aus).
Abends gibt´s fuer mich eine Suppe und ein Crepe, waehrend Hakan sich den Bauch vollschlaegt. Verdammt, mein Scheiss-Durchfall duerfte sich endlich mal verpissen. Lokalbiologisch ausgedrueckt.
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(K)ein Leckerbissen
Mittwoch, 9. Januar
Mit dem Durchfall-Blocker funktioniere ich tagsueber halbwegs normal - wir beschliessen, nachmittags zu den Thermalquellen zu fahren. Vorher gehen wir in die Stadt posten uns fuer den kommenden Samstag einen Flug nach Quito fuer laeppische 63 Dollares. Daraufhin geht´s zum Coiffeur - neues Jahr, neues Haar. In einer Strasse nahe des Archaeologischen Museums werden wir fuendig. Ein langhaariger Kolumbianer vom anderen Ufer, der gerade Puff mit seinem Freund, einem Cuencaer Polizisten, hat, schneidet uns fuer je fuenf Dollares zufriedenstellend die Haare. Am Ende sind alle zufrieden: Wir mit dem Schnitt, er wohl mit der Kundschaft.
Nachmittags nehmen wir ein Taxi zu den Thermalquellen. Die Aussicht ist ueberragend, das Personal ueber-unfreundlich, das Wasser schoen warm. Und mein Magen haelt.
Abends gehen wir in ein Restaurant, das angeblich die besten Steaks von Ecuador serviert. Ich lasse mich vom Durchfall-Blocker in die Irre fuehren und fuehle mich bereit fuer ein 300-Gramm-Steak. Es schmeckt fantastisch, doch die Quittung kommt nachts: Ausserst schmerzhafte Bauchkraempfe und repetitive Toilettenbesuche - wahrlich kein Leckerbissen mehr.
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Krampfhaft
Dienstag, 8. Januar
Nach einer Nacht voller auesserst schmerzhafter Bauchkraempfe entschliesse ich mich, medikamentoes zurueckzuschlagen. In meiner Notfallapotheke finde ich geeignete Pillen, die Nadja mir aus ihrer ehemaligen Reiseapotheke mitgegeben hatte - merci Naddel!
Nachmittags schlendern wir in der Stadt herum und sehen uns die etwas heruntergekommenen, aber wunderschoenen Kolonialbauten an. In der Kathedrale treffen wir auf einen alten Bekannten: Eine etwa drei Meter grosse Statue von Johannes Paul dem Zweiten a.k.a. Juan Pablo II., dem wohl prominentesten Schnitzelbangg-Sujet der Verlumpte.
Abends versuche ich mich im Restaurant an einem Salat, von dem ich mangels Appetit aber dreiviertel zurueckgeben muss. Ein Huehnerbouillon muss reichen, um den Salz- und Nahrungshaushalt ins Lot zu bringen.
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Ein Durchfall fuer zwei
Montag, 7. Januar
Nach sieben Wochen hat es mich nun doch erwischt - ich pfeife duenn aus dem letzten Loch. Das schraenkt meine Aktivitaeten in Cuenca auf den Toiletten-Radius ein. Ich konsultiere mein Tropeninstitut-Buechlein: In etwa drei Tagen sollte der Spuk vorueber sein. Mal kuckn. Trotzdem wage ich mich auf einen kleinen Stadtspaziergang mit Hakan. Dann gehe ich zum Hostel zurueck fuer eine Siesta, waehrend Hakan Cuenca weiter zu Fuss erforscht.
Beim Abendessen kriege ich kaum einen Happen herunter. Mir stehen wohl nahrungsarme und Fluessigkeitsreiche kommende Tage bevor.
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Donnerstag, 10. Januar 2008
Getting high
Sonntag, 6. Januar
Um 4.00 Uhr morgens stehen Hakan und ich auf, um die Rucksaecke zu packen, um dann um Viertel vor fuenf den Bus nach Guayaquil, der groessten Stadt Ecuadors, zu besteigen. Bei der Bushaltestelle wartet bereits eine groessere Anzahl von Rucksacktouristen sowie einige direkt aus dem Ausgang abreisende stockbesoffene Amis, von denen einer sich waehrend der Busfahrt uebergeben wird.
Der Bus ist im Vergleich zu bisherigen Gefaehrten auesserst Luxurioes und verfuegt gar ueber eine Toilette. Die Fahrt geht ziemlich schnell vorbei. Der Bus holpert selten, da wir die Kuesten-Strasse verlassen, die in den Doerfern mit Schwellen gesaeumt ist. Nach knappen drei Stunden treffen wir in Guayaquil ein. Entgegen unseren Befuerchtungen, wieder in einem Viehmarkt-Busbahnhof wie in Quito zu landen, entpuppt sich der Guayaquiler Busterminal als hochmodern - der Aufsteller des Tages.
Ich mache mich auf der Suche nach dem Schalter, wo ich Tickets fuer die Weiterfahrt nach Cuenca kaufen kann. Am Ende einer Reihe von etwa hundert Schaltern werde ich fuendig. Ich buche die luxurioese Variante, bei der unter anderem ein Flaeschen Mineralwasser inbegriffen ist. Der Luxusbus entpuppt sich dann aber als ein stinknormaler Bus ohne Toilette. Also besser, vor der Fahrt nichts zu trinken. Einmal mehr ein weiser Entscheid, da der Bus waehrend der dreieinhalbstuendigen Fahrt kein einziges Mal anhalten wird.
Irgendwann nach Mittag treffen wir in Cuenca ein - eine schmucke, alte Stadt mit malerischen Kolonialbauten. Mittels Lonely Planet finden wir rasch das Hostel Milan, in dem wir uns einquartieren. Angesichts des moderaten Preises leisten wir uns Einzelzimmer. Schon beim Treppensteigen macht sich dann bemerkbar, dass wir uns auf ca. 2700 Metern Hoehe befinden - uns beiden geht sogleich die Puste aus. Spaeter gesellen sich dann noch einige Kopfschmerzen dazu.
Sonntags ist Cuenca leider ziemlich ausgestorben, deshalb finden wir kein ordentliches Restaurant und nehmen unser Abendbrot in einem Imbissschuppen ein. Ziemlich muede von der heutigen Reise geht es schon gegen halb zehn ins Bett.
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Mittwoch, 9. Januar 2008
Ein Tag am Meer
Samstag, 5. Januar
Am Samstag goennen wir uns ein leckeres Z Morge mit Toast, Ei, Crepe, Fruchtsaft und Kaffee, worauf wir uns an den Strand begeben, um dort den Nachmittag zu verbringen. Abends geht's ziemlich frueh ins Bett, denn morgen faehrt der Bus bereits um 5.00 Uhr.
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Samstag, 5. Januar 2008
Neue Plaene
Freitag, 4. Januar
Es regnet noch immer, wenn auch nicht den ganzen Tag. Monique hat uns heute Morgen mit dem 5.00 Uhr-Bus in Richtung Flughafan von Guayaquil verlassen, von wo aus sie zu den Galapagosinseln fliegt, angeblich einem der letzten Paradiese auf Erden. Eine Woche Galapagos kostet satte 1300 Dollares - leider wohl etwas zuviel fuer mein Budget. Es waere bestimmt eine Suende wert...
Ralf bestaetigt heute per Mail, dass er fuer zwei Wochen zu Besuch kommt - I frey mi!!!!
Hakan und ich beschliessen, Montanita am Sonntag Morgen mit dem 5.00 Uhr-Bus in Richtung Cuenca, dem sogennanten Athen Ecuadors, zu verlassen. Der Plan ist, einige Tage in Cuenca zu verbringen und dann nach Quito zurueckzukehren, wo ich Ralf vom Flughafen abholen werde. In Quito moechte ich auch meine Cousine Simone treffen, die dort zurzeit arbeitet.
Abends begeben Hakan und ich uns ins Restaurant ´Macchu Picchu´ und goennen uns ein Filet Mignon - vorzueglich, und das zu einem Preis, fuer den ich in Basel nicht mal ein Maegge-Menu erhalte.
Nach dem Essen treffen wir uns in der ´Local Point Bar´, der lokalen Surferspunte, mit den Baslerinnen Annigna und Anna. Chicho, ein etwa 40-jaehriger peruanischer Surflehrer, schreibt mir in der Bar noch einige Tipps fuer meine bevorstehende Reise durch Peru auf - muchas gracias!
Den Abend runden wir mit einem Taenzchen in der lokalen Strand-Disco ab.
p.s. hier noch das Rezept fuer den Cocktail ADIOS MOTHERFUCKER - nichts fuer schwache Lebern...
Adios Motherfucker
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Ein Tag fuer die Haengematte
Donnerstag, 3. Januar
Es regnet in Montanita, und zwar den ganzen Tag. Das ist offenbar ungewoehnlich. Ein Dorfbewohner meint, der Klimawandel sei hier deutlich erkennbar. In der Haengematte widme ich mich wieder einmal der Spanischen Grammatik, ansonsten passiert heute nicht viel.
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Freitag, 4. Januar 2008
E herrligi Idylle
Mittwoch, 2. Januar
Heute steht ein Ausflug nach Puerto Lopez an, laut Lonely Planet ein 'idylles Fischerdoerfchen', das uns aber eher als Drittwelt-Kaff erscheint. Vielleicht liegt das auch daran, das die meisten Bars und Laeden heute geschlossen haben. Hier hat es einen modernen Coiffeursalon, der aber leider ebenfalls geschlossen ist. Ein Nachbar meint, er oeffne moeglicherweise etwas spaeter, was er aber nicht tun wird.
Wir streunen ein wenig herum, gehen einen Happen essen und den von Littering gepraegten Strand besichtigen.
Bald darauf steigen wir in den Bus nach Montañita, da Puerto Lopez offenbar keine Perle dieser Kueste ist. In Montañita springe ich mal wieder ins Meer und uebe mich im Bodysurfen.
Ach ja, noch etwas fuer Kevin: Hier laueft ein Ami im Ben Roethlisberger-Shirt herum, leider ist es mir nicht gelungen, ihn zu fotografieren...hehehe
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Montag, 1. Januar 2008
Gegen elf Uhr ist die Haupt-Meile von Montañita schon stark bevoelkert. Nach einem Kater-Fruehstueck schlendere ich durch das Doerfchen. Die Laeden sind alle offen, und ich beschliesse, zum Jahresanfang wieder mal zum Coiffeur zu gehen. In Montañita hat es allerdings nur einen Salon in einem alten Holzschopf, und der einzige Kunde, der gerade rauskommt, sieht ueberungluecklich aus. Deshalb frage ich einen Local nach einem etwas moderneren Salon. Er empfiehlt mir einen Salon im Nachbardorf. Etwas verlegen erklaert er, dass der Laden einem Homosexuellen gehoere, dieser aber mit Sicherheit der beste Haareschneider in der Gegend sei. Ich schnappe mir ein Taxi und lasse mich fuer einen Dollar ins Nachbardorf kutschieren. Taxifahrer kennen die Gegend schliesslich am besten. Als ich dem Fahrer erklaere, ich suche einen schwulen Coiffeur im Nachbardorf, schaut er mich komisch an. Anstatt zum besagten Laden bringt er mich zu einer weiteren Holzbaracke, die mit `Salon de peluqueria` angeschrieben ist. Ich streune eine Weile durch das Dorf, in der Hoffnung, den moderneren Coiffeur doch noch zu finden, allerdings ohne Erfolg.
Am Strand frage ich einen Ecuadorianer namens Manuel, und der meint, in Montañita habe es genug moderne Coiffeurs. Habe ich die tatsaechlich uebersehen? Jedenfalls bietet er mir an, mich nach Montañita zurueckzufahren, zusammen mit seiner gesamten Familie. Als Gast darf ich mich auf den Beifahrersitz setzen, waehrend die restlichen Familienmitglieder auf den hinteren Baenken sowie auf der Ladeflaeche Platz nehmen. Wir machen einen Zwischenhalt bei einer Kirche, die sich auf einer Anhoehe ueber der Bucht befindet. Die Aussicht ist fantastisch. Waehrend die uebrigen Familienmitglieder brav zum Kreuze beten, fuehrt Manuel mich in der Kirche herum, die ueberdacht ist, aber keine Waende hat.
Natuerlich erhalte ich auch die Gretchenfrage gestellt, worauf ich erklaere, dass sich Religion in der Schweiz auf dem absteigenden Ast befindet, worauf wir dieses Thema ad acta legen.
In Montañita laedt Manuel mich beim eingangs erwaehnten Coiffeur im Holzschuppen ab. Ich beschliesse, heute auf einen neuen Schnitt zu verzichten und mich ein wenig in die Haengematte zu legen.
Abends schlagen wir uns fuer fuenf Dollar die Baeuche voll, anschliessend treffen wir beim Hostel auf drei Chileninnen, ein argentinisches Paerchen in den Flitterwochen sowie sechs Muchachos, ebenfalls aus Argentinien (ach ja, und einen unsympathischen Australier der vor den Augen seiner hiesigen Liebschaft mit der einen Chilenin flirtet). Der Abend endet in Wein, Weib und Gesang.
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D Neijoorsfiir
Montag, 31. Dezember
Nachdem wir uns durch die Menschenmassen zu einem Restaurant durchgekaempft und das Diner eingenommen haben, geht´s in Richtung Silvesterfeier, die vorwiegend am Strand stattfindet. Wir schluerfen uns durch einige Caipiriñas, Mojitos, Holandas und Piña Coladas, bis am Strand eine Horde verrueckter Surfer gegen Viertel vor Mitternacht das Meer fuer eine Suerfsession stuermt. Am Strand flackern einige Lagerfeuer und Fackeln, um das Spektakel nicht in der Dunkelheit verschwinden zu lassen. Um 00.00 Uhr knallen dann die Korken. Feliz nuevo año! Der Rest der Nacht verbringen wir tanzend in einer Openair-Disco mit Liveband.
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Hola Montañita
Sonntag, 30. Dezember
Gegen 06.00 Uhr morgens treffen wir in Manta an, einem Kuestenstaedtchen ohne besondere Vorzuege. Im Busbahnhof, der aussieht wie eine Mischung aus Postamt und Gemuesemarkt und ziemlich heruntergekommen in den Busabgasen dahervegetiert, haengen wir eine Stunde lang herum, um 07.00 Uhr haben wir Anschluss nach Montañita. Nochmals vier Stunden holpern, dann haben wir es geschafft.
Montañita ist ein huebsches Surferdoerfchen, eine Mischung aus 3. und 1. Welt. Wir klappern einige abgefuckte Hostels mit Loechern in den Decken und Kakkerlaken in den Ritzen ab, bis wir einen Neubau finden, in dem wir fuer 10 Piepen die Nacht (pro Person, versteht sich) und eigenem Badezimmer wohnen koennen - ein schickes Hostel. Der nette ´Manager´oder sagen wir Koordinator besorgt mir sogar eine Gitarre auf Leihbasis, seeeehr cool. Wir wohnen im Zweiten Stock mit Blick auf das ca. 15 Meter entfernte Meer - un mirador muy rico!
Nachmittags gibt`s erst mal eine laengere Siesta, um sich von der Busfahrt zu erholen. Abends schlendern wir durch das Doerfchen, das in Verband mit der Neujahrsfeier aus allen Naehten platzt. Die Restaurants sind nicht auf diese vielen Touristen eingestellt, deshalb dauert es bis zu anderthalb Stunden, bis man den ersten Happen herunterschlucken kann. Wer sich in Geduld ueben will, sollte unbedingt mal in Monteñita vorbeischauen. Umso groesser ist dann die Freude, wenn das Mahl in seiner vollen Pracht zum Verzehr bereitsteht. Das Dessert wartet anschliessend bei den kleinen charmanten Cocktail-Bars auf dem Weg zum Strand, wo man fuer 2 Dollares erstklassige Piña Coladas, Caipiriñas etc. serviert bekommt. Highlight der Cocktail-Liste: Der sogenannte ADIOS MOTHERFUCKER. Foto folgt.
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Donnerstag, 3. Januar 2008
Pleasure you can´t measure
Samstag, 29. Dezember
Um acht Uhr morgens faehrt mich der Shuttle-Bus zusammen mit anderen Backpackern vom Hostel zum Flughafen. Am Schalter moechte ich mein E-Ticket abholen. Die nette Dame erklaert mir, dass sie nicht sicher sei, ob ich einen Platz haben werde. Es gebe irgendwelche Probleme. Das beeindruckt mich angesichts bisheriger Erfahrungen nicht sonderlich, und nach einigen Minuten klappt es dann doch irgendwie.
Mit einer halben Stunde Verspaetung treffen wir dann um 14.00 Uhr in Quito ein. Ich habe mich mit Hakan beim Hostel `Majestic´ verabredet, vergesse aber leider, mit dem Taxifahrer den Preis fuer die Fahrt festzulegen und er knoepft mir fuer die kurze Strecke sieben Dollar ab. Selber Schuld, hehehehe
Beim Majestic gibt´s ein erfreuliches Wiedersehen mit Hakan - und ein kennenlernen mit Monique aus Basel, die Hakan im Ecuadorianer Regenwald kennengelernt hat. Die beiden haben auch fuer mich ein Ticket fuer die Busfahrt nach Montañita geloest, heute Abend um 21.00 Uhr geht´s los. Bis dahin gehen wir im Quitoer In-Quartier Mariscal Einen schnappen und unsere hungrigen Maeuler stopfen.
Das Gepaeck haben wir in einem Hostel zwischengelagert und holen es gegen 20.00 Uhr wieder ab. Gegen 20.20 Uhr treffen wir beim Quitoer Busbahnhof ein - das groesste Irrenhaus, das ich je gesehen habe. Vor den Schaltern herrscht ein riesiges Gedraenge wie vor den Wurststaenden in einem ausverkauften Fussballstadion. Eine Ordnung wo welcher Bus faehrt, ist nicht ersichtlich. Monique draengt sich in einer Schlange nach vorne um herauszufinden, wo unser Bus sein koennte. Immerhin erfahren wir die Busnummer, mit Namen die Nummer, die irgendwo hinten auf dem jeweiligen Bus in nicht allzu grossen Ziffern angebracht ist. Wir kaempfen uns durch dichte Abgaswolken (der Motor wird in der Regel nicht ausgeschaltet) und dichte Menschenmengen zu unserem Bus vor, den wir dann mehr oder weniger per Zufall doch noch rechtzeitig finden. Nachdem wir die grossen Rucksaecke im Gepaeckraum verstaut haben, gehen wir nochmal Pippi machen. Eine gute Idee, wie sich herausstellen wird - waehrend der 9-stuendigen Fahrt wird es nur eine Pinkelpause geben. Im Bus hat es kein Klo. Toiletten in Mittel- und Suedamerika sind eine leidige Geschichte. Aufgrund von Einsparungen bei der Abflussrohrdicke hat man das gebrauchte Toilettenpapier in Abfallkuebeln zu entsorgen. Mit dem Wasser werden nur Urin und Faekalien runtergespuelt. Toiletten scheinen der Allgemeinheit in den hiesigen Breitengraden ziemlich scheissegal zu sein. Aber - man gewoehnt sich dran.
Nach dem Toiletten-Exkurs geht´s dann puenktlich um fuenf vor neun anstatt neun Uhr los in Richtung Montañita. Die Busfirma hat offensichtlich zu viele Tickets verkauft- mehrere Passagiere werden die neunstuendige Fahrt stehend verbringen, waehrend drei- bis vier Kinder sich im Gang schlafen legen.
Schlaf zu finden ist auf Ecuadors laedierten Strassen nahezu unmoeglich. Nach vier Stunden gibt´s die dreiviertelstuendige Pinkel- Essens- und Beine-Vertret-Pause. Um aus dem Bus zu gelangen muss ich drei- bis vier am Gangboden schlafende Kinder ueberspringen - die ideale Morgengymnastik.
Eigentlich haette die Pause nur 30 Minuten gedauert, aber der John Wayne nicht unaehnliche Beifahrer kann nicht aufhoeren, mit einigen Frauen bei der ´Raststaette´ (einer Art improvisiertem Restaurant) zu flirten. Als manche Passagiere ihn durchs Fenster hindurch auffordern, einzusteigen, gibt er schliesslich nach.
Nun holpern wir noch etwa vier Stunden weiter, bis wir in der Kuestenstadt ´Manta´ankommen, wo wir in Richtung Montañita umsteigen muessen. Ein Erlebnis, diese Busfahrt.
Eingestellt von Mike
Freitag, 28. Dezember
Nach einem ordentlichen Fruehstueck finde ich mich puenktlich um 9.15 Uhr bei der Touri-Agentur ein. Das Speedboat soll um 9.30 losfahren. Schon bald wird klar, dass ich den 11.00 Uhr-Bus in Jaco nicht erreichen werde, da wir um 09.50 noch immer vor Montezuma liegen und die Bootsfahrt laut offiziellen Angaben eine Stunde dauert. Immerhin scheint die Sonne, und das Meer ist ruhig. Das verleitet den `Kapitaen` dazu zu behaupten, die Bootsfahrt werde nur etwa 45 Minuten dauern. In dem Fall wuerde ich den Bus noch erwischen (der naechste Bus nach San Jose wuerde erst um 15.00 Uhr fahren).
Um 11.00 Uhr kommen wir an - allerdings nicht in Jaco, sondern etwa 10 Kilometer weiter noerdlich. In Jaco koenne man nicht anlegen. Aha.
Der Bus habe ich nun verpasst. Folgende Optionen stehen zur Verfuegung: Ein Taxi nach Jaco nehmen und dort einige Stunden herumhaengen. Oder der bequemere Weg: Ins Taxi steigen und direkt nach San Jose fahren. Der Taxifahrer bietet mir die zweieinhalbstuendige Fahrt fuer 65 Dollar an. Fuck it - ab nach San Jose.
Gegen halb zwei treffen wir in San Jose ein. Ich steige im Hostel PANGEA ab, das Lonely Planet waermstens empfiehlt. Zu Recht: Im ersten Stock hat es eine Restaurant-Bar mit vorzueglicher Aussicht ueber San Jose. Internet & Kaffee sind gratis, im Hof hat es einen Swimmingpool - und das zu normalen Hostel-Preisen. Ein Aufsteller.
Im Pangea stosse ich auf zwei Amerikanerinnen, die soeben in Costa Rica eingetroffen sind. Ich verabrede mich mit Ihnen an der In-House-Bar, um einige Reiseerfahrungen zu kommunizieren. Vorher ist aber eine Dusche faellig.
Im Hostel treffe ich per Zufall den Englaender Michael wieder, den ich in Puerto Viejo kennen gelernt hatte. Gemeinsam erklaeren wir den Ami-Maedels, was wir in Costa Rica empfehlen koennen.
Zwischen der Reisekonsultation und dem Nachtessen spaziere ich ein wenig in San Jose (leider keine Schoenheit) herum und besorge mir einen kleinen Spanisch-Dictionario.
Zum z Nacht ist unsere Gruppe von Lonely travellers bereits auf sieben angewachsen. Michael hat herausgefunden, dass in der Stadt an diesem Abend ein riesiger ´Bull-Chasing`-Event stattfindet, ein Anlass, bei dem waghalsige Typen in die Arena steigen und vor dem Stier davonrennen. Anders als Beim spanischen Stierkampf bleibt der Stier hier aber am Leben.
Einige Bierchen spaeter ist die Gruppe in Partystimmung und beschliesst, zur Stier-Party zu gehen. Ich muss leider verzichten, da ich noch etwas erkaeltet und auf erholsamen Schlaf angewiesen bin. Morgen geht´s nach Quito, und am folgenden Tag bzw. dessen Abend wird sich herausstellen, dass der Entscheid zugunsten des Schlafs mehr als weise war.
Eingestellt von Mike
Donnerstag, 27. Dezember
Heute ist mein 30er Geburtstag. Ich schalte mein Handy an, und ein Glueckwunsch-SMS nach dem anderen trifft ein - vielen Dank an alle!!!
Der Tag verlaueft ziemlich ruhig. Nach einem leckeren Gringo-Fruehstueck unternehme ich einen Marsch zu den Wasserfaellen von Montezuma, insgesamt eine abenteuerliche Kletterpartie in steilem Gelaende.
Heute muss ich mich auch schon wieder um meine Abreise bemuehen und frage nach dem Shuttle-Bus nach San Jose fuer morgen Freitag. Mein Flug nach Quito/Ecuador geht am Samstag bereits um 11.00 morgens, daher muss ich am Freitag bereits in San Jose sein.
Es bleibt mir nichts anderes uebrig, als fuer 30 Dollar eine Speedboat-Fahrt nach Jaco zu buchen. Mein Zeitplan fuer morgen sieht folgendermassen aus: Um 09.30 Speedboat nach Jaco, von dort aus den 11.00 Uhr-Bus nach San Jose nehmen, Ankunft in San Jose ca. 14.00 Uhr. Allerdings gilt es einmal mehr zu bedenken: Die Fahrplaene in Costa Rica sind etwa so zuverlaessig wie die Wetterprognosen der baz.
Nachdem ich die Rueckfahrt organisiert und in der Lavanderia meine gewaschenen Kleider abgeholt habe chille ich ein wenig am mehr und treffe Marc spaeter wieder fuer ein leckeres Geburtstags-Pfeffersteak in der lokalen Gourmet-Hochburg mit Blick auf Strand und Palmen.
Nach dem Abendessen kippen wir in der lokalen Disco `Chicos Bar`einige Bierchen, schwingen zwischendurch das Tanzbein und beobachten einen Haufen peinlicher Amis bei ihrem Versuch, auch den Salsa-Tanz imperialisieren. Das bringt mich auf die Idee, einen Salsa/Merengue-Tanzkurs zu besuchen. In den Lateinamerikanischen Discos sieht es naemlich folgendermassen aus: Entweder es laueft Rock oder Hip Hop, und die Touristen tanzen, waehrend die Latinos herumstehen. Meistens laueft aber Latino-Sound, und dann tanzen die Chicos und Chicas sich die Seele aus dem Leib, waehrend die Touristen herumstehen und sich die Lampe fuellen. Oder sie versuchen auf klaegliche Art und Weise, die Latino-Taenze zu imitieren.
In Costa Rica bleibt keine Zeit mehr, um Salsa/ Merengue zu lernen. Marc empfiehlt, dies in Cuenca zu tun, dem sogenannten Athen Ecuadors, ein Freund von ihm habe da eine fantastische Zeit gehabt. Cuenca ist gebucht!
Eingestellt von Mike
Abhaengen
Mittwoch, 26. September, Montezuma
Heute wird nicht viel passieren ausser abhaengen, ein wenig im Lonely Planet-Reisefuehrer lesen und essen und trinken.
Eingestellt von Mike
Dienstag, 1. Januar 2008
Dienstag, 25. Dezember
Um acht Uhr stehe ich auf und nehme eine eiskalte Dusche, warmes Wasser ist in diesen Breitengraden leider rar. Den Rucksack hatte ich bereits gestern Abend vor dem Festessen gepackt.
Nach dem Checkout bzw. dem Ueberreichen des Schluessels frage ich an der Reception, ob sie mir ein Taxi bestellen koennen, da es draussen wie aus Giesskannen regnet. Nun, mit Geld kann man vieles kaufen - aber sicher keine Taxifahrt um 8.30 Uhr morgens in Puerto Viejos stroemendem Regen. Dicke Scheisse. Die Bushaltestelle liegt einen viertelstuendigen Fussmarsch vom Rocking J's Hostel entfernt. Immerhin habe ich gestern das unansehnliche aber praktische Regencape gekauft, das nun immerhin dreiviertel meines grossen Rucksacks bedeckt. Den kleinen Rucksack stopfe ich in einen Plastiksack, den ich von der Waescherei bekommen habe.
Einmal tief durchatmen, dann begebe ich mich in die tropischen Regenfluten. Nach etwa einem Drittel der Strecke ist mein Unterleib klatschnass, an meinem Langarmshirt gibt es noch vereinzelt trockene Stellen. Nach rund einer Viertelstunde komme ich beim Busbahnhoefchen an und inspiziere Kurz den Wasserschaden. Erfreulich: Der grosse Rucksack ist nur aussen feucht, innen ist alles trocken geblieben. Uff. Das Handgepaeck ist im Schutze des Plastiksacks vollkommen trocken geblieben.
Um 9.00 Uhr faehrt der Bus ueberraschend puenktlich ab. Das Abenteuer geht weiter.
Nach einer halben Stunde steigt ein Schweizer Ehepaar ein das mich mehrmals fragt, ob dies der Bus nach San Jose sei, was ich mehrmals bejahe. Zur Belohnung gibt`s unterwegs eine kleine Ueberraschung aus der Reisetasche der Schweizerin: Ein ziemlich frisches Basler Laeggerli. In der Pampa von Costa Rica.
Nach etwa zwei Stunden haelt der Bus unversehens an. Die Scheiben sind schon lange beschlagen, daher oeffne ich ein Fenster, um nachzusehen, was los ist. Unglaublich: Die Strasse steht vollkommen unter Wasser, die ganze Gegend ist ueberschwemmt. Es sieht aus wie die Fernsehbilder von Ueberschwemmungen aus der 3. Welt. Spaeter werde ich erfahren, dass dies fuer die kommenden Tage der letzte Bus nach San Jose war, da Daemme gebrochen sind und die Strecke unbefahrbar geworden ist.
Der Busfahrer bleibt aber cool und kaempft sich durch Strassenfluesse und Seen, unter denen irgendwo eine Strasse liegt. Ehrlich gesagt rechne ich nicht damit, an diesem Tag noch in San Jose anzukommen. Aber nach rund einer Stunde im Hochwassergebiet haben wir eine Huegellandschaft erreicht und lassen die Fluten hinter uns. Mit nur etwa einstuendiger Verspaetung erreichen wir um 14.00 Uhr San Jose. Dort wartet die naechste Ueberraschung: Der Busfahrer scheint an Weihnachten keine Lust zu haben, nach Montezuma zu fahren. Deshalb faellt der 14.30 Uhr-Bus leider aus. Erfreulicherweise stosse ich bei der Bushaltestelle aber auf Marc, einem Berner, der in San Jose ein Austauschjahr an der Uni verbringt, und Corine, eine US-Amerikanerin aus San Diego / Kalifornien. Hinzu kommen Mor, eine Israelin, sowie Josefina und Andrea, zwei Argentinierinnen. Alle haben wir das gleiche Ziel: Die nordwestliche Halbinsel. Wir teilen uns auf, Marc, Cory und ich nehmen ein Taxi nach Puntarenas, von wo aus wir die Faehre auf die Halbinsel nehmen koennen. Die zweistuendige Taxifahrt kostet uns satte 30 Dollar pro Person, aber heute gibt´s keine andere Moeglichkeit mehr.
In Puntarenas auf der Faehre ist es endlich soweit: Die Odysse hat sich gelohnt - ich ziehe meine Schuhe aus und schluepfe in meine Flip Flops - endlich! In einem herrlichen Sonnenuntergang fahren wir eine Stunde lang mit der Faehre. Auf der anderen Seite stellt sich heraus, dass heute auch hier nur eingeschraenkter Busverkehr herrscht, auch wenn wir in San Jose anderstlautende Auskunft erhalten haben. Es bleibt uns nichts anderes uebrig, als erneut ein Taxi zu nehmen. Fuer die einstuendige Fahrt nach Montezuma bezahlen wir noch einmal zehn Dollar pro Person.
Um etwa 20.00 Uhr kommen wir endlich in Montezuma an. Die Odyssee hat satte elf Stunden gedauert.
Fuer Montezuma hatte ich das Luna Llena-Hostel empfohlen erhalten. Zum Glueck hat es da noch eine freie Cabina mit drei Betten, die Marc und ich gemeinsam beziehen. Cory geht in ein anderes Hostel, wo ihre sie erwartenden Freunde fuer sie ein Bett gebucht hatten.
Waehrend wir uns einrichten setzt sich Maercu, unser Cabina-Nachbar, auf den Balkon und goennt sich ein Bierchen. Er kommt aus Burgdorf und ist ebenfalls alleine unterwegs. Er empfiehlt uns ein Restaurant, das wir mit unseren knurrenden Maegen schleunigst besuchen. Mit einem leckeren Pfeffersteak belohne ich mich fuer die heutigen Strapazen.
Nach dem Abendessen stossen wir im Supermarkt auf Cory, die uns zu einem Lagerfeuer am uebernaechsten Strand einlaedt. Wir nehmen die Einladung gerne an und begeben uns mit einigen Bierchen bewaffnet zum besagten Strand. Der Alkoholpegel ist vor Ort bereits auf hohem Niveau, und die Ami-Maedels haben sich leider alle schon an einen maennlichen Hals geworfen. Bald darauf geht ein ereignisreicher Tag zu Ende - ich falle todmuede ins Bett.
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