Donnerstag, 3. Januar 2008

Abhaengen

Mittwoch, 26. September, Montezuma
Heute wird nicht viel passieren ausser abhaengen, ein wenig im Lonely Planet-Reisefuehrer lesen und essen und trinken.

Dienstag, 1. Januar 2008

Dienstag, 25. Dezember
Um acht Uhr stehe ich auf und nehme eine eiskalte Dusche, warmes Wasser ist in diesen Breitengraden leider rar. Den Rucksack hatte ich bereits gestern Abend vor dem Festessen gepackt.
Nach dem Checkout bzw. dem Ueberreichen des Schluessels frage ich an der Reception, ob sie mir ein Taxi bestellen koennen, da es draussen wie aus Giesskannen regnet. Nun, mit Geld kann man vieles kaufen - aber sicher keine Taxifahrt um 8.30 Uhr morgens in Puerto Viejos stroemendem Regen. Dicke Scheisse. Die Bushaltestelle liegt einen viertelstuendigen Fussmarsch vom Rocking J's Hostel entfernt. Immerhin habe ich gestern das unansehnliche aber praktische Regencape gekauft, das nun immerhin dreiviertel meines grossen Rucksacks bedeckt. Den kleinen Rucksack stopfe ich in einen Plastiksack, den ich von der Waescherei bekommen habe.
Einmal tief durchatmen, dann begebe ich mich in die tropischen Regenfluten. Nach etwa einem Drittel der Strecke ist mein Unterleib klatschnass, an meinem Langarmshirt gibt es noch vereinzelt trockene Stellen. Nach rund einer Viertelstunde komme ich beim Busbahnhoefchen an und inspiziere Kurz den Wasserschaden. Erfreulich: Der grosse Rucksack ist nur aussen feucht, innen ist alles trocken geblieben. Uff. Das Handgepaeck ist im Schutze des Plastiksacks vollkommen trocken geblieben.
Um 9.00 Uhr faehrt der Bus ueberraschend puenktlich ab. Das Abenteuer geht weiter.
Nach einer halben Stunde steigt ein Schweizer Ehepaar ein das mich mehrmals fragt, ob dies der Bus nach San Jose sei, was ich mehrmals bejahe. Zur Belohnung gibt`s unterwegs eine kleine Ueberraschung aus der Reisetasche der Schweizerin: Ein ziemlich frisches Basler Laeggerli. In der Pampa von Costa Rica.
Nach etwa zwei Stunden haelt der Bus unversehens an. Die Scheiben sind schon lange beschlagen, daher oeffne ich ein Fenster, um nachzusehen, was los ist. Unglaublich: Die Strasse steht vollkommen unter Wasser, die ganze Gegend ist ueberschwemmt. Es sieht aus wie die Fernsehbilder von Ueberschwemmungen aus der 3. Welt. Spaeter werde ich erfahren, dass dies fuer die kommenden Tage der letzte Bus nach San Jose war, da Daemme gebrochen sind und die Strecke unbefahrbar geworden ist.
Der Busfahrer bleibt aber cool und kaempft sich durch Strassenfluesse und Seen, unter denen irgendwo eine Strasse liegt. Ehrlich gesagt rechne ich nicht damit, an diesem Tag noch in San Jose anzukommen. Aber nach rund einer Stunde im Hochwassergebiet haben wir eine Huegellandschaft erreicht und lassen die Fluten hinter uns. Mit nur etwa einstuendiger Verspaetung erreichen wir um 14.00 Uhr San Jose. Dort wartet die naechste Ueberraschung: Der Busfahrer scheint an Weihnachten keine Lust zu haben, nach Montezuma zu fahren. Deshalb faellt der 14.30 Uhr-Bus leider aus. Erfreulicherweise stosse ich bei der Bushaltestelle aber auf Marc, einem Berner, der in San Jose ein Austauschjahr an der Uni verbringt, und Corine, eine US-Amerikanerin aus San Diego / Kalifornien. Hinzu kommen Mor, eine Israelin, sowie Josefina und Andrea, zwei Argentinierinnen. Alle haben wir das gleiche Ziel: Die nordwestliche Halbinsel. Wir teilen uns auf, Marc, Cory und ich nehmen ein Taxi nach Puntarenas, von wo aus wir die Faehre auf die Halbinsel nehmen koennen. Die zweistuendige Taxifahrt kostet uns satte 30 Dollar pro Person, aber heute gibt´s keine andere Moeglichkeit mehr.
In Puntarenas auf der Faehre ist es endlich soweit: Die Odysse hat sich gelohnt - ich ziehe meine Schuhe aus und schluepfe in meine Flip Flops - endlich! In einem herrlichen Sonnenuntergang fahren wir eine Stunde lang mit der Faehre. Auf der anderen Seite stellt sich heraus, dass heute auch hier nur eingeschraenkter Busverkehr herrscht, auch wenn wir in San Jose anderstlautende Auskunft erhalten haben. Es bleibt uns nichts anderes uebrig, als erneut ein Taxi zu nehmen. Fuer die einstuendige Fahrt nach Montezuma bezahlen wir noch einmal zehn Dollar pro Person.
Um etwa 20.00 Uhr kommen wir endlich in Montezuma an. Die Odyssee hat satte elf Stunden gedauert.
Fuer Montezuma hatte ich das Luna Llena-Hostel empfohlen erhalten. Zum Glueck hat es da noch eine freie Cabina mit drei Betten, die Marc und ich gemeinsam beziehen. Cory geht in ein anderes Hostel, wo ihre sie erwartenden Freunde fuer sie ein Bett gebucht hatten.
Waehrend wir uns einrichten setzt sich Maercu, unser Cabina-Nachbar, auf den Balkon und goennt sich ein Bierchen. Er kommt aus Burgdorf und ist ebenfalls alleine unterwegs. Er empfiehlt uns ein Restaurant, das wir mit unseren knurrenden Maegen schleunigst besuchen. Mit einem leckeren Pfeffersteak belohne ich mich fuer die heutigen Strapazen.
Nach dem Abendessen stossen wir im Supermarkt auf Cory, die uns zu einem Lagerfeuer am uebernaechsten Strand einlaedt. Wir nehmen die Einladung gerne an und begeben uns mit einigen Bierchen bewaffnet zum besagten Strand. Der Alkoholpegel ist vor Ort bereits auf hohem Niveau, und die Ami-Maedels haben sich leider alle schon an einen maennlichen Hals geworfen. Bald darauf geht ein ereignisreicher Tag zu Ende - ich falle todmuede ins Bett.

Montag, 31. Dezember 2007

Feliz nuevo año!

E guets neus an alli! I bi mittlerwyyle scho in Ecuador ako und bi mit em Hakan und dr Monique us Basel an dr Kueschte zum Neujoor z fyyre. Entgege de Swisscom-Verspraeche funktioniert mi Natel do uebrigens nit, i ka weder SMS empfange no verschicke (s glyche nadiirlig mit Arief). Anyway, e guete Rutsch an alli!

Gelukkig nieuwjaar aan iedereen! I zit nu al in Ecuador en ben met Hakan en Monique uit Bazel naar de Kust gereisd om nieuwjaar te vieren. Ik kan hier jammer genoeg geen smsjes ontvangen of versturen, mijn mobiele doet het hier niet. In ieder geval een voorspoedig nieuwjaar aan iedereen!

Muchos saludos de Montanita
Micha

Regen III

Montag, 24. Dezember
Morgens wache ich mit einer Erkaeltung auf. Es ist ziemlich kuehl geworden, aber mehr als ein Leinentuch bedeckte mich auch diese Nacht nicht. Normalerweise reicht das in Costa Rica vollkommen.
Nachmittags hoert es - unglaublich - fuer etwa eine Stunde auf zu regnen. Mit Laurent, Alain und einer Englaenderin (Sophie) geht´s in die Stadt. Sophie hat am Samstag eine Tasche mit Weihnachtsgeschenken im Bus liegen gelassen. Nun braucht sie mangels Spanischkenntnisse Uebersetzungshilfe, um bei der Busfirma nachzufragen. Ich uebernehme das und kaempfe mich durch eine Reihe von Kooperationsunwilligen Beamten, bis herauskommt, dass man keine Tasche gefunden hat. Tant pis. In der Stadt kaufe ich mir ein Regen-Cape fuer alle Faelle, obwohl ich plane, morgen frueh ein Taxi vom Rocking J`s zum Busbahnhof zu nehmen. Aber man weiss ja nie...
Abends steigt dann eine grosse Weihnachtsparty, beginnend mit einem Abendessen mit guter Stimmung und viel, viel Bowle. Nachdem wir uns in die HOMER SIMPSON-AREA (eine ueberdachte Haengerzone im Hof von Rocking J's) begeben haben schnappe ich mir eine Gitarre und gebe einige Songs zum besten, bis ich dann gegen drei Uhr ins Bett verschwinde. Ach ja, es regnet unvermindert stark.

Regen II

Sonntag, 23. Dezember
Der Scheiss-Regen ergiesst sich in unverminderter tropischer Staerke ueber unsere Haeupter. Das fuehrt dazu, dass die meisten die Zeit im Hostel, genauer gesagt in der Haengematte verbringen.
Inzwischen habe ich weitere Leute aus aller Welt kennengelernt: Nadja, eine Schweizerin mit charmantem Berner Akzent, Sanna, eine Schwedin, die auf unvergleichliche Art und Weise Pippi Langstrumpf auf Schwedisch vortragen kann, Laurent und Alain, zwei Brueder aus Basel, die seit mehreren Monaten unterwegs sind, und Travis aus Alaska sowie Chad aus Kanada.
Nachmittags sehen wir uns im Schaukelstuhl SCARFACE an, mit dem die Zeit im Regen rasch vergeht. Zwischendurch schreiben wir uns fuer das morgige Weihnachtsessen im Rocking J´s ein. Mein neuer Plan lautet Puerto Viejo am Dienstag Morgen in Richtung Pazifikkueste zu verlassen - auf der Suche nach Sonne.
Am Sonntagabend gehe ich bereits um 21.00 Uhr ins Bett, die vergangenen Tage bzw. vor allem deren Naechte haben ihre Spuren hinterlassen.

Regen I

Der Regen dauert den ganzen Tag an, was explorative Anstrengungen in der Gegend weitgehend verhindert. Somit geselle ich mich nach einem fantastischen Fruehstueck zu den Australiern Cam & Ryan, um weiterzujammen. Abends stellt Rocking J´s im hauseigenen Bar-Restaurant einige Mikrofone zur Verfuegung. Waehrend der tropische Regen auf Dach haemmert geniessen die regengeplagten Hostel-Gaeste ein improvisiertes Konzert von Cal & Ryan feat. Miguel - Weltklasse!

We're jammin'

Freitag, 21. Dezember
Gegen Mittag verabschiedet Arthur sich in Richtung Bocas de Toro / Panama. Ich entschliesse mich, hier zu bleiben und die Gegend zu erkunden. Mit einem gemieteten Beach-Cruiser (diese US-Bikes mit den konvexen oberen Stangen) mache ich mich auf den Weg und treffe nach einer laengeren Fahrt auf wunderschoene, einsame Straende. Nach einiger Zeit des Geniessens dieses Panoramas geht's zurueck in Richtung Downtown Puerto Viejo (das aus mindestens zwei Querstrassen á 100 Meter besteht). Dort angekommen setze ich mich ins Internetcafe, um die Copa Americana wieder mal etwas aufzufrischen, dazu einige kurze Anrufe in die Heimat - hola localz!
Und dann geht's los: Es beginnt zu regnen. Dieses Wetter wird die kommenden Tage praegen. Der Regen laesst mich darueber nachdenken, morgen weiterzureisen, die karibische Kueste hinauf. Doch eine Gruppe bestehend aus zwei Australiern, einer Schweizerin und einer Tica kommen dazwischen. Ich lerne sie waehrend des Abendessens (Pasta mit Meeresfruechten - increible!) im Rocking J's kennen. Bald darauf sind wir schon am jammen und ich rege mich darueber auf, keine Gitarre mitgenommen zu haben. Ich werde mir auf der Reise zweifellos noch eine posten.
Der Jam dauert bis tief in die Nacht an, ebenso der Bierkonsum. Trotz Regen wagen wir uns zwischendurch an ein Nachtschwimmen. Zum Jam hinzu haben sich eine Schwedin wohnhaft in London (Maria) und Michael (Englaender aus London) gesellt. Irgendwann tief im Morgengrauen gehe ich mit der Gewissheit ins Bett, morgen nicht weiterzureisen.

Samstag, 29. Dezember 2007

las felicitacíones

Vielen dank fuer die zahlreichen Geburtstagswuensche, mi corazon estaba encantado!

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Al caribe

Donnerstag, 20. Dezember
Nach der Schluesseluebergabe gehe ich kurz fruehstuecken, dann nehme ich den 9.00 Uhr-Bus nach San Jose. Nach drei Stunden komme ich im beruechtigten Coca-Cola-Terminal an, wo sich allerhand Gesindel herumtreibt. Sogleich kommt auch ein Typ, der mir eine Taxifahrt anbietet. Ich frage, ob er ein offizielles Taxi habe, was er bejaht, sich aber als Mumpitz entpuppt. Also sehe ich mich nach einem offiziellen, roten Taxi um. Die erste Station ist die Bank Costa Rica Miami, wo ich den Cheque einloesen will. Der Taxifahrer laedt mich zwar beim falschen Gebaeude ab, aber nach fuenf Minuten zu Fuss treffe ich bei der besagten Bank ein, natuerlich voll beladen. Das stoert niemanden, umso weniger, als ich den Cheque und meinen Schweizer Pass hervorkrame. Nach einer Viertel Stunde ist es soweit - der Rubel rollt. Ich lasse mir ein Taxi rufen und mich zum Caribe-Terminal bringen, wo ich in der Schlange vor dem Schalter Arthur, einen Hollaender aus Haarlem, kennenlerne. Auch er faehrt nach Puerto Viejo und wir beschliessen, dort gemeinsam eine Bleibe zu suchen.
Die Fahrt nach Puerto Viejo ist eindruecklich, zuweilen mitten durch den Urwald.
Gegen halb sieben treffen wir ein. Wie ueblich wollen uns am Busbahnhof irgendwelche obskuren Typen irgend einen Scheiss verkaufen, was ihnen aber nicht gelingt. Arthur und ich beschliessen, bei Rocking J's einzukehren, dem Tipp des Lonely Planet-Reisefuehrers. Ein weiser Entscheid. Hier erhalten wir eine Cabina mit Kajuetenbett fuer 20 Dollares, also 10 Bucks pro Person. Anschliessend dinieren wir in einem hervorragenden Restaurant, gehen nach einem Pina Colada aber bereits ins Bett. Reisen macht muede...aber zufrieden.

School's out

Mittwoch, 19. Dezember
Fruehstueck mit Britt, dann bringe ich sie zum Bus, der um 9.00 Uhr abfaehrt. Adios, Amiga! Am Busbahnhof kaufe ich mir gleich mein Ticket fuer morgen, denn dann geht's nach Puerto Viejo. Es reicht noch, um vor der Schule mit dem Cheque zur Bank zu gehen, wo man mir erklaert, ich muesse den Check in San Jose einloesen. Tja, man macht es mir nicht einfach, aber ich werde ihn einloesen. Das ist sicher.
Nach einem Mittagessen mit Jabalita und Thomas trete ich an fuer die letzten zwei Spanischstunden. Ich rackere mich noch einmal ordentlich mit dem Subjuntivo ab, dann ist die letzte meiner 72 Spanischlektionen beendet.
Abends haben Gilles und Alfonos zum Grill geladen. Saemtliche Schuelerinnen und Schuler der City Playa-Schule kommen vorbei, es wird ein toller letzter Abend fuer mich in Jaco. Spaeter am Abend ziehen Jabalita, Thomas und ich noch weiter in einen Karaoke-Schuppen, wo ich ein "Ring of Fire" zum Besten gebe. Dann begebe ich mich ziemlich muede ins Bett - adios Jaco, hasta la proxima!

Britts letzter Tag in Jaco

Dienstag, 18. Dezember
Waehrend ich vier Stunden Schule habe, geht Britt sich am Strand braeunen. In der Schule bekomme ich brisanten Besuch: Piece of shit bringt den Cheque vorbei! Nach der Schule gehe ich ebenfalls an den Strand, abends gibt's ein leckeres Abschiedsessen mit Britt im Jacoer Restaurant "Colonial". Wir nehmen beide eine typisch Costaricensische Mahlzeit mit Reis, Bohnen, Fleisch und Gemuese. Abends feiern wir fuer Britt eine wuerdige Abschiedsparty in verschiedenen Bars, am Schluss im "Jungle".

Sonntag, 23. Dezember 2007

Amigos, amigas y familia

I wuensch euch schoeni Feschtdaeg, loent's euch guet go! E liebe Gruess us Puerto Viejo

Prettige feestdagen en groetjes uit Costa Rica naar Nederland!

Robi-Spielplatz II

Montag, 17. Dezember

Nachdem Britt und ich ausgeschlafen haben fruehstuecken wir in einem der drei Hotel-Restaurants mit ueberwaeltigendem Ausblick auf die Halbinsel von Manuel Antonio. Danach geht's an den Strand um noch ein wenig zu planschen. Gegen drei Uhr fahren wir per Bus nach Quepos, um dort den Bus nach Jaco zu nehmen. Wir kaufen Tickets fuer den 17.30-Bus und haben noch Zeit, um in Quepos herumzuschlendern. Britt trifft einen alten Freund namens Alex, der mit seinem Sohn unterwegs ist. Zusammen gehen wir einen Happen essen, anschliessend geht's kurz in ein Internetcafe.
Um 17.20 treffen wir am Busbahnhof ein und fragen, welchen Bus wir nehmen muessen. Ein Chauffeur erklaert, wir seien hier am falschen Ort und sollten ein Taxi nehmen. Die Haltestelle sei eine Viertelstunde entfernt. Der Taxifahrer weiss von nichts. Somit fragen wir nochmal am Schalter nach. Es stellt sich heraus, dass wir doch hier einen Bus nehmen und dann bei einer Bruecke umsteigen muessen.
Vor der Bruecke hat es Stau. Der Busfahrer schickt alle hinaus, alle Passagiere laufen gemeinsam ueber die Bruecke, die aussieht, als sei sie auf dem Robi-Spielplatz von eifrigen Kindern zusammengezimmert worden. Bei jedem Fahrzeug, das die Bruecke passiert, scheint sie sogleich zusammenzubrechen.
Deshalb wartet der Bus auf der anderen Seite: Er ist zu schwer fuer diese Bruecke. Schlussendlich kommen wir gegen acht Uhr wohlbehalten in Jaco an.
Nach dem Abendessen treffen wir uns mit Thomas im Tabacon und kippen einige Bierchen.

Gruener Frieden

Sonntag, 16. Dezember
Nach einem Fruehstueck in einem Soda nehmen Britt und ich ein Taxi nach Manuel Antonio, einem Nationalpark suedlich von Jaco. Britt kennt sich aus (sie besitzt seit einigen Jahren eine Wohnung in Jaco) und lotst uns zu einem mehrsternigen Hotel mit praechtiger Aussicht ueber die Bucht. Gleich vor unserem Zimmer hat es ein Stueckchen Urwald, wo Aeffchen herumschwirren - Zolli live vom Balkon aus.
Anschliessend gehen wir in den Park - ein echtes Prachtstueck. Wunderschoene Straende und verschiedenste Tierarten, hautnah erlebbar. Wir haben sogar das Glueck, ein Faultier in Aktion (falls man das so nennen kann) zu beobachten. Meine Reinkarnationsplaene sind geschmiedet.

Zu Gast bei Freunden

Samstag, 15. Dezember
Um 10.00 Uhr habe ich mit Brittany an der Strandbar abgemacht. Etwas verspaetet treffe ich dort ein (pura vida), finde sie aber nicht. Nach einem Kurzbesuch im Mexikan Joe's Internetcafe (mit der wohl langsamsten Internetverbindung der Welt) treffe ich sie dann auf der Strasse - ein erfreuliches Wiedersehen. Bei einem guten Fruehstueck lassen wir die letzten sechs Jahre in Eiltempo revue passieren.
Nachmittags treffen wir uns mit Thomas und Nadine (Kosename "Jabalita") am Strand. Brit tany erklaert mir, dass sie bereits vergangene Nacht angekommen sei, wir uns im Jungle aber irgendwie verpasst haetten. Sie habe aber bei ein paar Amis uebernachten koennen, die sie im Jungle kennengelernt hatte. Diese entpuppen sich als massiv gebaute Toeff-Fahrer, so ziemlich dem gaengigen Bild der Harley-Fahrer entsprechend. An diesem Nachmittag treffen wir die Toeff-Jungs bei der Strandbar an. Eine Begegnung der anderen Art.
Abends geht's nach einer herrlichen Meeresfruechte-Pasta an eine riesige Party in einem Bungalow-Hotelkomplex unweit von Jaco. Gesponsert von Etnies und irgendwelchen Surf-Marken koennte die Party auch irgendwo in Europa oder den USA stattfinden. Zum ersten Mal der Griff zum Presseausweis und ein wenig dicke Hosen machen. Thomas trifft etwas spaeter ein und wir amuesieren uns mit Tanz und Trank. Die Party ist gross, aber nicht so gewaltig. Deshalb geht's schon gegen ein Uhr nach Hause und Britt und ich drehen noch eine Runde im Pool.

Montag, 17. Dezember 2007

Vamos a bailar

Freitag, 14. Dezember
Heute steht in der Schule der subjuntivo an, eine grammatikalische Form, die wir im Deutschen nicht kennen. Wer sie lernen muss, merkt, dass man fast die ganzen bisherigen Kenntnisse auf den Kopf stellen muss. Tja...
Nach dem Nachtessen im Wishbone (eine kleine Pizza, die ich verdruecken muss, da ich wieder mal keinen grossen Hunger habe) treffe ich mich mit Nadine, um im Tabacon ein wenig pool zu spielen und zu plaudern. Spaeter treffen wir in der Jungle-Disco Gustavo, den lokalen Surflehrer, der laut zuverlaessigen Quellen in all den Jahren rund 90 Prozent der weiblichen Spanisch-Schuelerinnen naeher kennengelernt haben soll.
Gustavo hat zwei Argentinierinnen im Schlepptau, die gewillt sind, mir auf der Tanzflaeche die Steifheit aus den Hueften zu jagen.
Eigentlich hatte ich mit Brittany abgemacht, dass wir uns zwischen 1.00 und 2.00 Uhr im Jungle treffen wuerden, aber irgendwie verpassen wir uns. Per Mail hatten wir als Alternativtreff aber bereits Samstag um 10 Uhr in der Bohio-Bar gleich am Meer festgelegt. Somit endete die Nacht mit argentinischen Tanzstunden.

Brittany is coming

Donnerstag, 13. Dezember
Weitgehend ein gewoehnlicher Schultag. Gute Kunden treffen per E-Mail ein: Das Geld fuer die Rueckfahrt von El Arenal wird definitiv eintreffen. Und Brittany, eine Amerikanerin, die ich vor sechs Jahren zusammen mit Raphi im Zug von Barcelona nach Basel kennengelernt hatte, wird zu Besuch kommen. Tja, die Amis haben ein etwas anderes Mobilitaetsverstaendnis. Ich hatte sie per Mail gefragt, warum sie nicht rasch von L.A. runterfliegen wuerde. Prompt bestaetigte sie, dass sie am Freitag ankommen wuerde!
Abends gemuetlich in die Tabacon-Bar, um mit Thomas ein, zwei Bierchen zu zwitschern. Aber diesmal zeitig ins Bett.

Freitag, 14. Dezember 2007

Saesselilift

Mittwoch, 12. Dezember
Um halb acht wache ich nach etwa viereinhalb Stunden schlaf schwer verkatert auf. Um halb zehn ist Abfahrt in Richtung Sesselilift. Nadine, Thomas und ich sehen alle ziemlich mitgenommen aus, aber das tut dem Ausflug gewiss kein Abbruch, zumal Gilles-Eric uns mit Alka Selzer versorgt.
Die fahrt im Sesselilift macht Spass, obwohl der Guide, eine einheimische Biologiestudentin, gerne und etwas gar viel redet. Mit dem Saesselilift schaukeln wir an riesigen Schmetterlingen, Aeffchen und einzigartigen Baeumen vorbei. Einer der Baeume hat zum Beispiel keine Rinde - so verhindert er, dass Parasitengewaechse wie die Lianen ihn bewuchern - derartige Versuche scheitern an der glatten Oberflaeche.
Nach der etwa einstuendigen fahrt erhalten wir eine Fuehrung durch den botanischen Garten. Thomas lehnt sich vor einem Schlangenkaefig an die Holz-Abschrankung, die sich als morsch entpuppt und aufbricht. Zum Glueck sind die Schlangen eingesperrt. Bei naeherer Betrachtung sieht die Abschrankung aus, als sei sie von kuenftigen Intellektuellen auf dem Robi-Spielplatz gezimmert worden.
Bei dem Rundgang stellt unser Guide uns auch den GRANDE HOMBRE vor - eine Pflanze, deren Saft als ausgezeichnetes Katermittel gilt. Muss ich testen.
Nach dem Ausflug geht es zurueck in die Schule. Wir beissen auf die Zaehne und lernen im Halbschlaf. Zwischendurch aber ein wacher Moment: Waehrend der pausesita in der Schule ein kurzer Anruf nach ZH zu Don Pedro. Me gustó escucharte! Peter hatte mich per SMS jeweils umgehend ueber die Ereignisse im Bundehaus und die Nichtwahl des Schaffhauser Calvinisten (dessen Namen ich in diesem Blog nicht promoten will) informiert. Danke auch an die anderen "Informanten", die mir von der Schweizer Staatskrise berichtet haben! Freudenschreie ueber die Nichtwahl des SVP-Monokraten waren bis weit in Jacó hinein zu hoeren.
Der Rest des Tages ist rasch erzaehlt: Z Nacht essen und schlafen gehen.

Hacer fiesta

Dienstag, 11. Dezember
Am Morgen wieder Schule, vorher aber noch eine Runde im Pool, um aufzuwachen. Ich habe Einzelstunden bei Alfonso, einem sympathischen Herrn Mitte sechzig. Als Einheimischer spricht er die Woerter nicht so deutlich aus wie Gilles-Eric, dafuer lerne ich besser, die Ticos zu verstehen.
In der Mittagspause gehen wir wieder zu viert z Mittag essen in einem Soda. Diesmal habe ich doch ziemlichen Hunger, was ich bei diesen Temperaturen eher selten habe. Ich muss mich oft zwingen, essen zu gehen, da ich eher Durst als Hunger habe. Aber zwei Mahlzeiten am Tag gibt's immer.
Nadine, Thomas und ich beschliessen, am naechsten Morgen das sogenannte Aerial Tram zu besuchen, eine Art Sessellift durch den Urwald. Via Gilles-Eric bekommen wir sogar Studentenrabatt.
Inzwischen hat sich auch die Busfirma gemeldet, diesmal aber eine hoehere Managerin. Sie erklaert sich anfaenglich bereit, die je 33 Dollar fuer die Busfahrt zurueckzuerstatten. Ich antworte ihr per Mail, dass ich auf die 180 Dollar fuer die Taxifahrt bestehe, weil Adrian piece of shit uns einfach nicht helfen wollte. Ich erlauetere ihr die ganze Geschichte von der Rueckfahrt noch einmal und versehe das Mail mit der Bemerkung, dass ich Mitglied der "International Federation of Journalists" bin. Zitat aus besagtem Mail: "As I told your employees before I'm a member of the International Federation of Journalists (IFJ) and if I have to defend myself against injustice and absolute unacceptable and idiotic behaviour of some of your employees I will do that with the power of written words." Das Mail sitzt: Sie entschuldigt sich umgehend fuer das Verhalten des Mitarbeiters und erklaert sich bereit, das Geld fuer die Taxifahrt zurueckzuerstatten.
Ende Nachmittag gehen Nadine, Manuela, Thomas und ich Sushi essen im Restaurant "Tsunami" (ja, die Beiz heisst tatsaechlich so). Ich bin positiv ueberrascht. Ohnehin habe ich in Jaco mehr Meeresfruechte gegessen als in meinem ganzen bisherigen Leben. Pasta mit frischen Meeresfruechten esse ich mehrmals die Woche.
Abends treffen wir uns, um ein Abschiedsfestlein fuer Manuela zu feiern, die uns morgen verlassen wird. Aus den ein, zwei Bierchen wird vier Uhr morgens.

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Happy Mondays II

Montag, 10. Dezember
Die Schule beginnt um 9.30 Uhr. Ein neuer Schueler ist eingetroffen: Thomas aus Oesterreich, 32-jaehrig. In der Mittagspause gehen wir mit Nadine und Manuela in einer Soda "almorzar" bzw. z Mittag essen.
Gegen Abend ziehen dunkle Wolken ueber Jaco auf. In den letzten Wochen hat es schon einige Male tropische Regen gegeben, aber vor allem nachts. Hier bekommt die Redewendung "es goss aus Kuebeln" eine ganz andere Bedeutung! Majestix waere sich hier wohl sicher gewesen, dass ihm der Himmel auf den Kopf faellt.
Fuer Abends um neun habe ich mit Thomas abgemacht, um ein Bierchen zu heben. Um halb neun beginnt aber ein tropischer Regen, der bis nach Mitternacht andauern wird. Zwischendurch halt der Himmel mal etwas inne, und ich marschiere durch den schwaecheren Regen in Richtung Tabacon, einer gemuetlichen Bar im Zentrum. Der etwas wasserscheue Thomas kreuzt nicht mehr auf, und ich stelle mir zwei, drei Bierchen ins Gesicht, waehrend die dunklen Wolken sich erneut in vollem Masse entleeren.